FSSPX vs. Konzilssekte

Wie man es nicht machen darf, zeigt das Verhalten der FSSPX, die in der Bundesrepublik Deutschland für von ihr getragene Kapellen in Köln und Kleve die Bezeichnung „röm.-kath. Oratorium“ benutzten. Als daraufhin die „Amtskirche“ durch zwei Bistumer auf Unterlassung der Führung dieser Bezeichnung klagte, bekam sie prompt recht (OLG Düsseldorf und letztinstanzhch BGH). Eine von der FSSPX angestrengte Klage beim BVG wegen Verstoßes gegen Art. 2 GG (Freiheit der ungestörten Religionsausübung) und Art. 4, Abs. 1 GG (Freiheit des Glaubens) wurde durch Beschluß vom 31. März 1994 abgewiesen.

Die FSSPX behauptete allen Ernstes, ihre Anhänger verstünden sich nach wie vor als Mitglieder der verfaßten „römisch-katholischen Kirche“, wohlgemerkt im Sinne des bürgerlichen Rechts. Das Gericht zitierte folglich das „Kirchenrecht“ dieser „Amtskirche“, gemäß dem „keine Unternehmung und kein Verein ohne Zustimmung der zustandigen Autorität sich katholisch nennen darf“, woran sich auch die Priesterbruderschaft nach ihrem Selbstverstandnis gefälligst zu halten habe.

Trotz dieses peinlichen Eigentores bleibt die Argumentation des höchsten deutschen Gerichts so bemerkenswert, daß sie hier naher betrachtet werden soll (Neue Juristische Wochenschrift 1994, Heft 36, 2346-2347). Das Bundesverfassungsgencht beruft sich darauf, daß die in Art. 4 GG garantierte Freiheit der Religion und der Religionsausübung verfassungsimmanenten Schranken unterliegt.

Das Recht einer Religionsgemeinschaft, eine Vereinigung zu bilden, um am Rechtsverkehr teilzunehmen, ist unbestritten, gleichermaßen lege sich der Staat grundsatzliche Neutralitatspflicht sowohl bei der Klärung des Verhältnisses verschiedener Religionsgemeinschaften untereinander, als auch bei der Klärung von Angelegenheiten innerhalb einer Religionsgemeinschaft auf.

Allerdings behält sich der Staat den Vorbehalt des „für alle geltenden Rechts“ vor. Als Hauptgründe werden „Verwechselungsgefahr“ und die „Möglichkeit einer Zuordnungsverwirrung“ genannt. Hierbei wird in der Abwägung – das ist der entscheidende Punkt – den Interessen der verfaßten „römisch-katholischen Kirche“ das größere Gewicht beigemessen. Das Bundesverfassungsgericht beruft sich dabei auf das BGH-Urteil, gemäß dem die beanstandeten Attribute „schon seit jeher“ fur die „verfaßte römisch-katholische Kirche“ im Rechtsleben wie in der Öffentlichkeit angewandt worden seien, und zwar auch schon, als die FSSPX noch nicht bestand.

Erwiderung an Bischof Williamson bezüglich der Frage der Vakanz des Heiligen Stuhls

Ein Aufsatz von Exzellenz Donald J. Sanborn.

Indefektibilität = Unversehrbarkeit.

universals ordentliches Magisterium= UOM

Einleitung

In seinem Blog „Kyrie Eleison“ veröffentlichte Bischof Williamson vor kurzem einige Essays zur Bekämpfung des Sedisvakantismus. Dies ist ein Dauerthema der FSSPX-Ideologen, neigt doch diese gesamte Organisation zum Sedisvakantismus, was aber um jeden Preis verhindert werden muß. Ich selbst habe bei meinem kürzlichen Englandbesuch so einiges davon mitbekommen.

In diesem Aufsatz möchte ich auf zwei der notorischen Essays aus Williamsons Blog eingehen, Nr. 343 vom 8. Februar 2014 und Nr. 344 vom 14. Februar 2014. Ich möchte betonen, daß ich keine persönliche Auseinandersetzung mit Bischof Williamson habe, auch wenn wir verschiedene Wege gingen.

Ich fasse nun einige seiner Argumente zusammen:

Erstes Argument

EC 343

Bischof Williamson verteidigt hier die Position von Erzbischof Lefebvre. Diese bestand darin, die Novus Ordo-Päpste anzuerkennen, jedoch auszusieben, was an ihren Lehren wahr oder falsch sei. Er gibt zu, daß dieses Verfahren eigentlich Irrglaube bedeutet, daß es jedoch nicht Irrglaube sei, wenn man sich auf das Traditionsprinzip beruft.

Erwiderung

  1. Jeder Häretiker beruft sich auf irgendeine Form der Offenbarung, sei es Schrift oder Tradition, um seinen Auswahlglauben zu begründen. Sich auf die Tradition zu berufen, schützt also nicht vor Irrglaube. Zumindest nicht dann, wenn sie abgekoppelt vom Lehramt erfolgt. Nur das Lehramt ist unfehlbar und steht somit über der Tradition, bzw. es definiert die Tradition.
  2. Die kirchliche Hierarchie ist der Garant der Übereinstimmung von aktueller Lehre und Tradition. Wir können die Hierarchie nicht als Autorität betrachten und gleichzeitig behaupten, ihre Lehre weiche von der Tradition ab.

Wer von der Tradition abweicht, der unterliegt dem Irrtum. Der Begriff der Unfehlbarkeit schließt die Übereinstimmung einer Lehre mit der Tradition ein. Stimmt eine verkündete Lehre nicht mit der Tradition überein, so gibt es nur eine Lösung: Sie wurde nicht von der Autorität verkündet, denn Christus kann nicht hinter dieser Lehre stehen.

Es ist deshalb gottlob nicht notwendig, die Lehren der Kirche nach Irrtümern oder Irrglaube zu durchsieben. Der ganze Sinn der Katholischen Kirche ist es, der Welt die Lehre Christi unfehlbar zu lehren und Jesus Christus gibt ihr beständige Assistenz, genau dies zu tun.

Zudem nimmt das Prinzip des Siebens den angeblichen Päpsten und Bischöfen die Autorität. Derjenige der siebt, meint das letzte Wort bei der Frage zu haben, was katholisch ist und was nicht. So zeigt man, daß man der Novus Ordo Kirche selbst keine Autorität zuschreibt.

Zweites Argument

EC 343

Bischof William zitiert hier die Position der Sedisvakantisten, die Pseudo-Päpste des Zweiten Vatikanums hätten Irrglauben, falsche Ordnungen und Gottesdienste promulgiert. Damit wäre die Unversehrbarkeit der Kirche nicht mehr gegeben – vorausgesetzt allerdings, die Päpste wären echte Päpste gewesen.

Williamson führt nun das abgeschmackte Argument von Papst Liberius aus dem 4. Jh. an, der angeblich einen häretischen Text unterzeichnet habe. Die Unversehrbarkeit habe also damals nicht beim Papst gelegen, sondern beim Heiligen Athanasius, der damals die orthodoxe Position vertreten hat. Analog läge heute die Unversehrbarkeit bei Erzbischof Lefebvre und seinen Anhängern.

Erwiderung

Drei Dinge sind zu erwidern:

1.

Papst Liberius hat gewiß kein häretisches Formular unterzeichnet. Zwiespältig mag es gewesen sein, es ist jedoch orthodox zu interpretieren. Wie auch immer handelte es sich nicht um ein Dokument, dazu bestimmt die ganze Kirche zu lehren.[1] Die falschen Lehren des „2. Vatikanums“ richten sich jedoch an die gesamte Kirche und wurden durch die „Päpste“ und „Bischöfe“ verabschiedet und promulgiert. Dies ist ein essentieller Unterschied, die Analogie ist also falsch.

2.

Unversehrbarkeit kann nicht durch einen einzelnen oder mehrere hergestellt werden. Die Katholische Kirche ist essentiell hierarchisch, niemand kann das was er tut oder lehrt, vom Papsttum oder von der universellen Hierarchie abtrennen. Was die Hierarchie tut, ist zu tun, was sie beeinträchtigt, beeinträchtigt alle.

Die Gabe der Prophezeiung, im Alten Testament die Gewähr der Unfehlbarkeit von Gottes Offenbarung an die Juden wurde im Neuen Testament von Jesus Christus der katholischen Hierarchie übergeben. Es gibt keine „prophetischen Bischöfe“ wie Lefebvre, die die Gabe haben, die Lehre der Hierarchie zu sieben und sich als unfehlbare Autorität aufzuspielen. Die Unfehlbarkeit und Unversehrbarkeit der katholischen Kirche kann nur durch den Papst und die mit ihm gemeinsam lehrenden Bischöfe dargestellt werden.

Sie kann nicht ausgeübt werden von einem oder mehreren Bischöfen, die sich als Korrektoren des Papstes und seiner Hierarchie aufspielen. Eine solche Theorie vertreten heißte die gesamte göttliche Verfassung der Katholischen Kirche ruinieren. Essenz des Katholizismus ist die Hierarchie, die mit dem gleichen Recht lehrt, richtet und heiligt, wie es Christus tat. Wenn die Gläubigen sich für den Gewinn der heiligen Wahrheiten an prophetische Bischöfe und „Whistle blower“ wenden müssen, die sich gegen die Hierarchie wenden, dann ist die Natur und Wesen der R-K Kirche ruiniert. Niemand kann außerhalb oder oberhalb der Römisch-Katholischen Hierarchie über Gott sprechen.

3.

Bischof Williamsons System des Durchsiebens des Lehramts um seine Konformität mit der Tradition zu prüfen, stellt die katholische Glaubensregel auf den Kopf, denn diese ist das Lehramt der Kirche. Sein System ist reiner Protestantismus. Auch diese behaupten, jeder müsse selbst die Bibel interpretieren.

Es gibt unzählige geschichtliche Fälle, in denen der Appell an die Tradition über den Kopf des Lehramts hinweg zu ernsthaften Irrtümern geführt hat. Die Donatisten gingen ins Schisma, weil sie behaupteten, die Sakramente von Apostaten wären ungültig. Die Griechen wurden im 11. Jh. zu Schismatikern, weil sie völlig unzutreffend behaupteten, ungesäuertes Brot führe zu einem ungültigen Sakrament. Sie behaupteten auch, daß der Primat nicht der Tradition entspräche etc.

Auch die Altkatholiken widersprachen der päpstlichen Unfehlbarkeit als nicht traditionell. Selbst die Modernisten behaupteten irrsinniger Weise, sie würden sich auf uralte Traditionen berufen. Die Liturgie“reform“ nach dem 2. Vatikanum operierte mit dem Begriff des liturgischen Archäologismus und lehnten deshalb die „Neuerungen“ des Mittelalters und des Tridentinums ab. Die Feeyenisten behaupten, daß die Blut- und Begierdetaufe nicht traditionell, sondern im 19. Jh. eingeführt worden wären.

Bischof Williamsons Begriff des „Siebens der Tradition“, eine Gebräu von Econe, ist ein potentielles Hornissennest aus Irrglaube und Schisma und führt die traditionellen Katholiken in die übelste Gesellschaft hinein.

Drittes Argument

EC 343

Bischof Williamson konstatiert zu recht: „Das, was die Bischöfe der Welt in Einheit mit dem Papst lehren, ist das gewöhnliche universelle Lehramt[2] (UOM). Es ist unfehlbar.“ Dann trägt er das alte sedisvakantistische Argument vor, das besagt, daß diejenigen, die das 2. Vatikanum promulgiert bzw. unterschrieben haben, keine Päpste und Bischöfe gewesen sein können. … Die Argumente der Sedisvakantisten seien aber falsch.

Erwiderung

Tatsächlich ist Bischof Williamsons Begriff vom UOM falsch. Er stammt aus einer Theorie, die in Econe im Umlauf war, als ich dort weilte. Sie besagt, daß eine Theorie nicht als UOM gelten darf, wenn sie nicht in Übereinstimmung mit der Tradition ist. Nach dieser Theorie wäre es möglich, daß der Papst im Verbund mit allen Bischöfen der Welt Irrglaube lehren könnte. Somit ist diese Theorie selbst Irrglaube.

Nirgend kann die Econe-Idee des Siebens des UOM in Lehrbüchern der Dogmatik, der Theologie oder sonst in der katholischen Lehre gefunden werden. P. Reginald Maria Schulte OP gibt im Jahre 1931 folgende Definition des UOM:

„Das gewöhnliche und universelle Magisterium wird ausgeübt, wenn die Kirche offenbarte Wahrheit predigt, in ihren Schulen lehrt, durch ihre Bischöfe publiziert, sie bezeugt und durch ihre Väter und Theologen erläutert.“ [3]

Sämtliche katholische Theologen stimmen hiermit überein. P. Sylvester Berry schreibt:

„Die gewöhnliche Lehrautorität der Bischöfe üben dies aus in der Belehrung der Gläubigen ihrer Diözese in Publikationen, in Predigten, die sie selbst oder ihre Beauftragten halten und in Katechismen und weiteren Veröffentlichungen.

Wenn die Bischöfe der Kirche bei der Belehrung ihrer Diözesanen einig sind bei der Lehre von Sätzen von Glauben und Moral, dann üben sie gemeinsam die universelle Lehrautorität aus und lehren unfehlbar. … Der Glaube der Kirche ist der Glaube der Bischöfe, die den Lehrkörper der Kirche bilden.“ [4]

Hier noch ein Beweis. Folgendes finden wir in dem dogmatischen Lehrbuch „Theologiæ Dogmaticæ Manuale” von Francis Diekamp von 1917:

„Der einzelne Bischof übt das gewöhnliche Magisterium sowohl in ihren gewöhnlichen religiösen Anordnungen und Anordnungen anderer Art aus.“

Von den Bischöfen herausgegebene liturgische Bücher spielen bei der Darstellung des Dogmas eine große Rolle. In ihnen enthaltene Riten und Gebete bezeugen den katholischen Glauben.

Papst Zölestin I. lehrte: „Betrachten wir zuerst die heiligen Mysterien der Priestergebete, welche von den Aposteln herkommen und in gleicherweise in der ganzen Welt gebetet werden um zu gewährleisten, daß das Gesetz des Gebets das Gesetz des Glaubens darstellt. [5]

Die gemeinsame Lehre der Bischöfe, ebensowenig wie die ex cathedra Lehre des Römischen Oberhirten wird nicht durch die Zustimmung der Kirche unfehlbar, sie ist unfehlbar in sich kraft göttlichen Beistands, der sie vor Irrtum bewahrt. Die vorgelegte Lehre dieser Autoren stimmt mit derjenigen sämtlicher katholischer Theologen überein.

Die Position von Bischof Williamson zum UOM findet sich hingegen weder in einem einzigen Buch eines katholischen Theologen, noch im Lehramt der Kirche. Laut Bischof Williamson[6] müssen die Gläubigen beständig die universelle Lehre der Kirche nach deren Konformität mit der Tradition überprüfen.

Nach seinem Szenario kann die Hierarchie überall Irrglaube lehren und die Unfehlbarkeit und Unversehrbarkeit der Kirche wird erst durch die Reaktion auf diese Lehre hergestellt, wenn die Gläubigen feststellen, daß diese nicht mit der Tradition übereinstimmt. Das ist so absurd wie der Satz „Die Kirche ist immer dann unfehlbar, wenn sie nicht fehlt.“

Das System Williamson verlangt von den Gläubigen ein Urteil, unabhängig davon, ob diese das UOM akzeptieren und auch davon, ob ihre Überzeugung mit der Tradition in Übereinstimmung steht, oder nicht. Der Gläubige muß jedesmal jedes Wort der Kirche sieben, um Wahrheit von Irrtum zu scheiden. Kirche und Papst haben keine Autorität mehr, diese liegt nun beim einzelnen Gläubigen. Und was Bischof Williamson über die Tradition sagt, das trifft auch auf die Schrift zu. Ich könnte vermuten, daß irgendein Akt des kirchlichen Lehramts nicht in Übereinstimmung mit der hl. Schrift ist. Darf ich diesen Akt zurückweisen, auch wenn ich den Papst anerkenne?

Scheußliche Realität ist es, daß Bischof Williamsons Idee exakt dem entspricht, was der Erz-Modernist Hans Küng 1970 in seinem Buch „Unfehlbar?“ ausführt. Hier sagt Küng, daß die kirchliche Unfehlbarkeit nichts mit dogmatischen Definitionen zu tun hat, die können auch falsch sein. Nur die Verpflichtung der Kirche an zur Wahrheit gewährleiste Unfehlbarkeit. Küng schreibt:

„Unfehlbarkeit, Untrüglichkeit in diesem radikalen Sinne, bedeutet ein fundamentales Verharren der Kirche in der Wahrheit, das durch individuelle Irrtümer nicht annulliert werden kann. [7]

Küng zitiert Yves Congar, einen Mit-Erz-Modernisten des Konzils:

„Ein oder der andere Teil der Kirche kann irren, auch die Bischöfe, selbst der Papst, die Kirche kann im Sturme schwanken, am Ende bleibt sie im Glauben.“ [8]

Und diese Aussage Küngs ähnelt derjenigen Williamsons auffällig:

„Wo hat sich denn in dunkler Zeit die Unversehrbarkeit der Kirche wirklich gezeigt? Weder in Hierarchie noch in Theologie, sondern in den zahlreichen und weitgehend unbekannten Christen. Natürlich waren auch Theologen und Bischöfe unter ihnen. Sie hörten in der schlimmsten Periode der Kirche die christliche Botschaft und lebten sie in Glaube, Liebe und Hoffnung. [9]

Küng zitiert die Ostschismatiker um sein Argument zu untermauern:

„Die schismatischen Patriarchen schrieben 1848 an Pius IX.: „Bei uns konnten weder Patriarchen noch Konzilien neue Lehren einführen, denn Wächter der Religion ist der gesamte Kirchenkorpus, das Kirchenvolk selbst.““ [10]

Küng zitiert auch noch den russischen schismatischen Theologen Alexej Khomiakow:

Die irrtumsfreie Wahrheit des christlichen Dogmas beruht nicht auf der Ordnung der Hierarchie, sie wird durch das gesamte Christenvolk gewährleistet, welches der Korpus Christi ist.“ [11]

In den anglikanischen 39 Artikeln lesen wir: „So wie die Kirchen von Jerusalem, Alexandria und Antiochia irrten, so irrte die Kirche Roms, nicht nur in der Liturgie, sondern auch im Glauben.“

Bischof Williamson kann der Übereinstimmung mit den protestantischen Häretikern nicht entkommen, denn wenn er die modernistische Hierarchie als katholische Hierarchie betrachtet, kann er der Schlußfolgerung nicht entkommen „Rom hat geirrt“. Die Sedisvakantisten sagen statt dessen, daß die falschen Lehren und Praktiken des „2. Vatikanums“ nicht von der Römischen Kirche, sondern von einer Gruppe kirchlicher Gangster und Häretiker, die vortäuschten, die katholische Hierarchie zu sein. Die Pflicht eines jeden Katholiken in dieser kirchlichen Krise ist es, die Lügner zu demaskieren und sie als falsche Hierarchie zu verurteilen

Zwar ist es wahr, daß wir jede Aussage an der Tradition messen müssen. Dies geschieht auf ähnliche Weise, wie wir alles, was wir hören an den Grundprinzipien der Vernunft messen und unverzüglich aussondern, was diesen entgegensteht. In unserem Falle, wo die vorgeblich katholische Hierarchie Irrglauben lehrt, falschen Gottesdienst und sündhafte Praktiken anordnet, kommt es darauf an, zu erkennen, daß es sich hier nicht um wahre Päpste und Bischöfe gehandelt hat, die solche Dinge taten.

Die Verwerfung der Wahrheit durch das „2. Vatikanum“ und seine Predigt falscher Lehren, sind ein untrügliches Zeichen dafür, daß Paul VI. kein wahrer Papst war, und niemals ein wahrer Papst war. Jede Autorität jedes allgemeinen Konzils beruht auf einem Papst. Die von mir dargelegte Lehre steht in voller Übereinstimmung mit der hl. Schrift, wo St. Paul schreibt:

„Doch wenn selbst wir oder ein Engel vom Himmel euch ein anderes Evangelium verkündeten, als wir euch verkündet haben, so sei er verflucht! Wie wir schon sagten, so sage ich noch einmal: Wenn jemand euch ein anderes Evangelium verkündet, als ihr empfangen habt, so sei er verflucht![12]

Man beachte, daß er die Galater nicht auffordert, die Predigten nach wahrer Lehre zu sieben, sondern sie auffordert alles komplett zu verwerfen. „Er sei anathema!“ Diese Lehre ist in guter Übereinstimmung mit der Bulle von Papst Paul IV. Cum ex apostolatus aus dem Jahre 1559, die die augenblickliche Entfernung des häretischen Papstes fordert, nicht aber die Durchsiebung seiner Lehren.

Ich fasse zusammen:

Das universelle ordentliche Lehramt (UOM), die Lehre bezüglich Glauben und Moral aller Bischöfe rund um den Erdball, gemeinsam mit dem Römischen Bischof, ist unfehlbar. Diese Lehre [bzgl. der Unfehlbarkeit] wurde auf dem Vatikanischen Konzil von 1870 definiert und im CIC kodifiziert. Es ist bereits häretisch die Lehre des UOM zu bezweifeln.

Wenn ein Widerspruch zwischen Aussagen des UOM und der Lehre der Kirche entsteht, dann kann man nur schlußfolgern, daß derartige Aussagen nicht von der Hierarchie der RKK kommen, denn diese wird von Christus vor derartigen Irrtümern geschützt. Es steht in krassem Widerspruch zur Lehre der Kirche, wenn man das UOM als falsch zurückweist, dieselbe Hierarchie, die dies verabschiedet, jedoch als echte r-k Hierarchie anerkennt.

Bischof Williamsons Begriff vom UOM ist falsch und höchst gefährlich, denn sie suggerieren den Gläubigen, daß die gesamte katholische Kirche, sowie der Römische Oberhirte mit allen Bischöfen in Glaubensfragen irren könnten. Die Prinzipien von Bischof Williamson können niemals den Sedisvakantismus widerlegen, denn diese Prinzipien sind falsch.

Viertes Argument

Nr. 343

Bischof Williamson versucht das Argument der Sedisvakantisten zu entschärfen, welches lautet, die Päpste seit dem 2. Vatikanum seien öffentliche Häretiker, könnten also keine Päpste sein. Seine Antwort lautet, daß die konziliaren Päpste, wenngleich sie objektiv Irrglauben verbreitet hätten, subjektiv nicht der Sünde oder des Verbrechens der Irrglaube schuldig seien, da wir ohne eine Gerichtsverhandlung nicht überprüfen könnten, ob sie sich wirklich bewußt gewesen sind, daß sie der Lehre der Kirche widersprechen.

Erwiderung

Wir müssen klar unterscheiden zwischen Sünde und Verbrechen der Häresie. Die Sünde der Häresie ist ein Akt des Bezweifelns oder Bestreitens einer Wahrheit der Katholischen Kirche, sei es formell oder materiell. …

Häresie ist aber auch das Verbrechen einer Verletzung des Kirchenrechts. Hierfür sind etliche Strafen vorgesehen.[13] Beides, Sünde und Verbrechen der Häresie trennt automatisch von der Katholischen Kirche. Die Moraltheologen haben gezeigt, daß lediglich Unwissenheit formale Häresie entschuldigen kann. Man darf es nicht wissen, daß man einer katholischen Lehre widerspricht, sei es dem ordentlichen. oder dem außerordentlichen Lehramt.

Bischof Williamson versucht nun uns glauben zu machen, daß man bei einem Häretiker Unwissenheit unterstellen muß, bis ein Gerichtshof das Gegenteil beweist. Dabei ist das Gegenteil wahr. Zwar gilt man als unschuldig an einem Verbrechen, solange nicht ein Gericht das Gegenteil entschieden hat, dies trifft jedoch nicht für die persönliche Schuld oder Sünde zu. Wenn das so wäre, bräuchte man zwei Gerichtshöfe für jedes Vergehen, einen um die Tatsachen zu prüfen, einen anderen um aufzuzeigen, daß der Verbrecher wirklich wußte, was er tat. Jede Rechtsprechung geht von formaler Schuld aus, wenn die Tatsache des Verbrechens erwiesen ist. Genauso ist es mit der Sünde. Auch hier muß bewiesen werden, daß jemand schuldlos war aus Unwissenheit etc.

Einige Beispiele:

Bei einem Feuerüberfall in einem Kino in Kolorado im Jahre 2012 bestritt der Anwalt des Mordschützen keinesfalls die Taten desselben. Sie führten an, daß der Schütze in solch schlechter Stimmung gewesen sei, daß sein Geist umnachtet und somit nicht schuldfähig war. Doch das hätten sie beweisen müssen, das Recht spricht zunächst gegen den Täter.

Dann gab es einen berühmten Fall, der sich zufällig in Neuyork in einem Gebäude abgespielt hat, in dem seit langem die FSSPX ihre Messen abhält. Dort hatte eine Frau nächtens ihren Mann erschossen und dann behauptet, sie hätte ihn für einen Einbrecher gehalten. Das mußte sie beweisen, da die Tat des Erschießens nicht bestritten worden war.

Dann gibt es einen Fall aus der Zeit des Bürgerkriegs, wo ein Fall wegen vorübergehender Verrücktheit gewonnen wurde. Jemand kam nach Hause und fand einen fremden Mann bei seiner Frau. Er wurde wütend und erschoß diesen Mann. Vor Gericht führte er an, daß die Aufwallung des Zornes ihn schuldunfähig gemacht habe.

Bischof Williamson versucht uns die Absurdität einzureden, daß die V2-Päpste nicht gewußt haben, was der katholische Glaube ist. Er versucht uns einzureden, daß Benedikt XVI., der öffentlich die Auferstehung der Toten geleugnet hat, nicht wußte, daß die Auferstehung der Toten im Apostolikum, in Nizänum und im Atanasianum steht.

Somit scheitert auch Bischof Williamsons viertes Argument als auf falschen Prinzipien bezüglich der formalen Schuld und der absurden Annahme, die modernistischen Päpste hätten nicht gewußt was der katholische Glaube ist.

Es ist die öffentliche Sünde der Häresie, und nicht das kanonische Verbrechen, die verhindert, daß die päpstliche Autorität übertragen wird.

Erwiderung zu Nr. 344

In dieser Ausgabe finden wir eine Erläuterung der Unfehlbarkeit der Kirche, die von denselben Irrtümern behaftet ist wie die Lehre von Hans Küng, wie oben gezeigt. Sie versucht die Unfehlbarkeit und Unversehrbarkeit von der Hierarchie abzulösen.

Im zweiten Absatz drückt Bischof Williamson klar den katholischen Begriff der Unfehlbarkeit aus. I. W. sagt er, daß Christus der Hierarchie beisteht und sie bei Verkündigung der christlichen Lehre vor Irrtum schützt.

Im dritten Absatz behauptet er aber sodann, daß Gott den freien Willen der Kirchenleute respektiere, diejenigen Kirchenleute, die einen Absatz zuvor noch von Christus vor Irrtum geschützt wurden. Das Ganze ist völlig sinnlos. Die Unfehlbarkeit versucht er zu retten durch die Aussage, daß Gott nicht zulasse, daß die Kirche als Ganze zerstört werde. Dies könne man daran erkennen, daß auch der Klerus des 2. Vatikanums gelegentliche etwas Wahres sage. Die Kirche könne also teilbeschädigt werden, nicht jedoch als Ganze. Anschließend fragt er: „Wie kann man dann noch Wahrheit und Irrtum unterscheiden?“ Antwort: Indem man die Aussagen siebt und so feststellt, was an den Lehren der Zweitvatikaner der katholischen Tradition entspricht.

Sodann wiederholt er die Küng-These, daß die Unfehlbarkeit der Kirche nicht bei der Hierarchie verweilt, sondern bei der Gesamtkirche: „ …“

Hans Küng würde dieser Aussage begeistert beipflichten. Küng sagt:

„Die Kirche ist nicht gleichzusetzen mit der offiziellen Kirche aus Papst und Bischöfen. Es ist die kleine, verborgene Kirche der wahren Gläubigen, die nicht irren kann, da Christus in Übereinstimmung mit einen Zusagen bei ihr bleibt bis an das Ende der Welt. sie ist das „Bollwerk der Wahrheit“. Und so bleibt diese Kirche selbst auch unter einem irrenden und fehlenden Papsttum.“[14]

Bischof Williamson will uns glauben machen, daß die Unfehlbarkeit und Unversehrbarkeit der Kirche im Durchsieben des päpstlichen Lehramts durch die Gläubigen besteht, die dabei die Irrtümer entdecken. Ihnen assistiert also der Heilige Geist, während er bei der lehrenden Kirche, bei der Hierarchie, versagt hat. Die ist völlig unsinnig. Was kann der Beistand des Heiligen Geistes für Papst und Bischöfe bedeuten, wenn er nicht verhindert, daß der Gesamtkirche Irrtümer gelehrt werden. Und wenn dieser Beistand versagt, welche Garantie haben wir für die Wahrheit der Tradition?

Schlußfolgerung

Bischof Williamson leidet unter gravierend falschen Vorstellungen über die Natur des Lehramts, über die Unfehlbarkeit der Kirche, über die Unversehrbarkeit der Kirche, über das Wesen von Sünde und Verbrechen der Häresie, sowie über die Grundlagen von moralischem und allgemeinem Strafrecht. Seine Theorien über das Lehramt führen ihn und seine Anhänger notwendig zu dem Irrglauben, daß das UOM widersprüchlich oder falsch lehren könne.

Bischof Williamsons zentraler Irrtum ist es, daß er Unfehlbarkeit und Unversehrbarkeit der Römisch Katholischen Kirche von der Hierarchie selbiger Kirche trennt und auf das Durchsieben der Gläubigen überträgt. Stärke des sedisvakantistischen Arguments ist es im Gegensatz dazu, daß Unfehlbarkeit und Unversehrbarkeit absolut und exklusiv mit der r-k Hierarchie identifiziert werden. Eine versehrbare Hierarchie ist gar keine Hierarchie.

Bischof Williamson verfehlt auch den größeren Zusammenhang und den Blick auf fundamentale Zusammenhänge: Sind das Zweite Vatikanum und seine Reformen eine substantielle Änderung des katholischen Glaubens, oder sind die Änderungen lediglich akzidentiell? Ist die Religion, die meine örtliche r-k Gemeinde in Einheit mit Papst Franziskus und dem örtlichen NOM-Bischof praktiziert, die katholische Religion? Wenn ich die Religion praktiziere, wie Sie laut Bischof Williamson der Papst und die Bischöfe praktizieren, komme ich dann in den Himmel? Ist diese Religion gottgefällig oder nicht? Ist es die wahre Religion oder eine falsche?

Wenn wir behaupten, daß die neue Religion substantiell dasselbe ist wie der Katholizismus vor dem 2. Vatikanum, die katholische Religion, daß ein Mensch, der sie praktiziert, gerettet wird, wozu brauchen wir dann die Bewegung des Traditionalismus? Den Veränderungen widerstehen, hieße der katholischen Religion widerstehen. Das wäre gleichbedeutend mit der Unterzeichnung des eigenen Todesurteils.

Wenn andererseits, die neue Religion eine substantielle Veränderung des Römischen Katholizismus darstellt, wenn sie nicht die katholische Religion ist, wenn sie Gott mißfällt und einen Pfad zur Hölle darstellt, wie können wir dann sagen, daß sie von einer unfehlbaren und unversehrbaren Kirche promulgiert worden ist?

Bischof Williamson liegt mit seinen Erklärungen voll auf der Econe-Linie und rechtfertigt ihre Maxime „Anerkennen und Widerstehen“ (R&R). Sie anerkennen die NOM-Hierarchie als wahre r-k Hierarchie und widerstehen ihr in nahezu allem. Sie verdammen das Konzil, die Neue Messe, die Neuen Sakramente.

Sie sagen den Leuten, daß sie (möglichst) die Messen der NOM-Hierarchie nicht besuchen sollen. Da diese Haltung mit katholischen Begriffen unmöglich vereinbar ist, hat Econe eine Neu-Theologie entwickelt, die dies alles rechtfertigen soll. Ich kann mich gut daran erinnern, denn ich habe mir all das selbst anhören müssen. Ich habe selbst Erzbischof Lefebvre in einer Konferenz sagen hören: „Das Lehramt des 2. Vatikanums ist lediglich das gewöhnliche Lehramt, welches nicht unfehlbar ist.“ Damals glaubte Lefebvre, erst später fand ich heraus, daß dies ein sehr schwerwiegender Irrtum ist, ja eine Häresie. Ebenso war es Erzbischof Lefebvre, der die Analogie und das Wort vom Durchsieben des Lehramtes und der Disziplin der NOM-Hierarchie gebrauchte um zu unterscheiden, was katholisch ist und was modernistisch.

Econes Theologie entkleidet die Katholische Hierarchie der Unfehlbarkeit und der Unversehrbarkeit und verwandelt die lehrende Kirche in eine glaubende oder gläubige Kirche. Das ist eine Protestantisierung der Kirche, in welcher der einzelne Gläubige geisterfüllt werden muß, um die Wahrheit zu erkennen.

Die katholische Lehre ist die lehrende Kirche, die Römisch Katholische Hierarchie ist der unfehlbare Bewahrer der Tradition, die sie unfehlbar der gesamten Kirche mitteilt. Wäre das nicht so, gäbe es keine Tradition, an der man das 2. Vatikanum und seine Reformen messen könnte.

Beide – Bischof Williamson und Hans Küng – gehen Seit an Seit bei der Abtrennung von Schutz und Wacht der Tradition von der Hierarchie der r-k Kirche. Obwohl Bischof Williamson sicherlich nichts zu tun haben will mit Häresie, wurde er doch durch die Econe-Theologie zum Nachbarn von Hans Küng.

 

[1]     Also keine Enzyklika o. ä.

[2]     Universelles Ordentliches Magisterium (UOM)

[3]     Schultes, Reginald-Maria, de Ecclesia Catholica Prælectiones Apologeticæ, (Paris: Lethielleux, 1931), p. 355

[4]     Berry, Sylvester, D.D., The Church of Christ, (Saint Louis: B. Herder, 1927) pp. 466-467

[5]     Epist. 21, 11

[6]     (und FSSPX)

[7]     Küng, Hans, Infallibility? An Inquiry, (Garden City, New York: Doubleday, 1971), p. 181

[8]     ibid., page 183

[9]     ibid., page 189

[10]   Quoted ibid., page 200

[11]   quoted ibid., page 201

[12]   Galater 1, 8-9; zit. nach Hamp/Stenzel/Kürzinger

[13]   Von P. Cekada gibt es einen exzellenten Artikel über Sünde und Verbrechen der Häresie, zu finden bei www.traditionalmass.org

[14]   Küng, op.cit., p. 195

Joaquin Saenz y Arriaga

Joaquin Saenz y Arriaga  wurde im Jahre 1899 geboren. Er gehörte den Jesuiten an. Saenz wurde zum scharfen Kritiker der Entscheidungen der Pastoralsynode und ihrer „Päpste“. 1972 wurde er durch die Mexikanische Bischofskonferenz „exkommuniziert“. Heute gilt er als der wichtigste frühe Sedisvakantist.

Joaquin Saenz wurde im Geist der „Cristero“-Bewegung erzogen. Damals kämpften die mexikanischen Katholiken gegen die masonistisch-kommunistische Regierung von Mexiko. Viele Katholiken wurden erschossen und sie starben mit dem Ruf „Es lebe Christus, der König!“ Saenz y Arriaga legt großen Wert auf die katholische Lehre vom Königtum Jesu Christi. Diese Lehre wendet sich gegen Säkularismus und gegen die Trennung von Kirche und Staat. Nach der Pastoralsynode führte Saenz y Arriaga den Widerstand gegen die Reformen in Mexiko an. Für ihn war schon früh klar, daß hinter diesem verfehlten „Reformen“ keine echten Päpste stecken können und so war er wohl der erste, der die Lehre vom Sedisvakantismus entwickelte. Und er definierte auch, daß die Sedisvakanz mit dem Tod von Pius XII. begann.

P. Joaquin Saenz y Arriaga faßte die Ergebnisse seiner Lehre zusammen in den Büchern „Die neue Montinische Kirche“ (1971) und „Sede vacante: Paul VI. ist kein legitimer Papst“ (1973). In diesen Büchern führte er aus, daß Paul VI. seine päpstliche Autorität durch öffentliche, hartnäckige und manifeste Häresie eingebüßt habe. Saenz übte einen katalytischen Eindruck auf Laien und Priester in der traditionalistischen Bewegung aus. Alle Gegner der Pastoralsynode in Mexiko und Nordamerika beriefen sich auf ihn. Er ermutigte sie, sich für unabhängig zu erklären und eigene Kapellen und Kirchen zu errichten. Und er drängte auf die Weihe von unabhängien, rechtgläubigen Bischöfen.

Nun erklärte ihn der mexikanische Kardinal Miranda für exkommuniziert. Moises Carmona, sein Schüler, erklärte: „P. Joaquin Saenz y Arriaga wurde für Treue im Glauben, in der Lehre und zur Kirche exkommuniziert. Welch gesegnete Exkommunikation! Ich fordere auch für mich eine derartige Exkommunikation!“

Später gründete P. Saenz zusammen mit Adolfo Zamora und Moises Carmona Die Sociedad Sacerdotal Trento. Er half auch vielen Amerikanern dabei, ihre eigenen Organisationen und Gemeinden zu gründen.

Sein Biograf Antonio Rius-Facius, teilte mit, daß Saenz am 28. April 1976 an Krebs gestorben ist. In seinem Testamen, drei Tage vor seinem Tod verfaßt, schrieb er: „Mein ganzes Leben und alles, was mir lieb war, habe ich Christus aufgeopfert, der Kirche und dem Papst. Und er fügte hinzu: „Möge der letzte Schrei meiner Seele derjenige der mexikanischen Märtyrer sein: „Lang lebe Christus, der König, lang lebe die Gottesmutter von Guadelupe.“

Nach dem Ableben wurde seine Arbeit durch Adolfo Zamora und Moises Carmona fortgesetzt, sowie durch P. Francis E. Fenton und seine Orthodoxe Römisch-Katholische Bewegung, sowie durch P. Burton Fraser S. J. in den Vereinigten Staaten.

Über die Ukraine – déjà vu

 

Ein Aufsatz von Bischof Donald Sanborn

Am 4. August 2014 hatten wir das 100jährige Jubiläum des Beginns des Ersten Weltkriegs, einen Krieg, wie ihn die Menschheit weder davor, noch danach gesehen hat. Zwar spielte sich der Zweite Weltkrieg an mehr Orten ab, war doch der Erste Weltkrieg brutaler und folgenreicher als der Zweite Weltkrieg.

Es ist erstaunlich, daß wir uns heute, einhundert Jahre später in einer Situation wiederfinden, die derjenigen von 1914 außerordentlich ähnelt. Wieder stehen die Mächte der Welt gegeneinander in einem Konflikt, in welchem es um eine unbedeutende Region geht. Ich möchte in diesem Konflikt nicht Partei ergreifen. Ich möchte lediglich auf einige Besonderheiten hinweisen.

Fakt 1

Eines der Heiligtümer der Vereinigten Staaten ist ein Dokument, in welchem folgendes geschrieben steht:

„Immer dann, wenn eine Form der Regierung sich als zerstörerisch erweist, ist es das Recht der Menschen, diese Form zu verändern oder abzuschaffen und eine neue Regierungsform einzuführen.“

Es handelt sich um die Unabhängigkeitserklärung, die ein falsches Menschenrecht zur Revolution proklamiert.

Hat Obama diese Erklärung gelesen?

Fakt 2

Die Vereinigten Staaten sind eine Nation, die durch einen revolutionären Krieg gegen eine legitime Regierung geboren wurde. Sie wollte unabhängig von dieser Regierung werden.

Fakt 3

Die Vereinigten Staaten sandten [den Freimaurer] Benjamin Franklin nach Paris um den Französischen König dafür zu gewinnen, die separatistischen Rebellen finanziell zu unterstützen. König Ludwig XVI. war dazu sehr großzügig bereit.

Fakt 4

Benjamin Franklin gelang es auch, den König zu einer Kriegserklärung gegen Großbritannien zu bewegen. Frankreich verschiffte Truppen nach Amerika und verhalf den Amerikanern zu ihrer Unabhängigkeit.

Fakt 5

1861 berief sich der Süden der Vereinigten Staaten auf die Prinzipien der Unabhängigkeitserklärung. Die Staaten des Südens lösten ihre Bindungen zu Washington und gestalteten ihre eigen Republik. Die Soldaten, die damals kämpften, werden heute keinesfalls als Schurken betrachtet, sondern sogar glorifiziert, wie Robert E, Lee.

Fakt 6

Die Südstaaten versuchten auch mit großem Aufwand, England und Frankreich zu bewegen, sich auf ihre Seite zu schlagen. Doch hatten beide Länder genügend gesunden Menschenverstand, sie hielten sich aus dem Krieg heraus und warteten ab, was geschieht.

Angesichts dieser historischen Fakten muß man sich fragen, wie die Vereinigten Staaten ihren eigen Prinzipien treu bleiben können und gleichzeitig die Separatisten in der Ukraine verdammen können? Wenn die Separatisten davon überzeugt sind, daß sie von der Kiewer Regierung unterdrückt werden, haben sie dann nicht – folgt man den US-amerikanischen Prinzipien – das Recht, ihre Unabhängigkeit von dieser Regierung zu erklären? Warum stellt sich unsere Regierung hartnäckig deren Hilfsersuchen an Rußland in den Weg und will verhindern, daß Rußland mit Geld, Waffen oder Militärintervention hilft? Das war es doch, was Amerika 1776 von Frankreich erbat. Die Person, die damals verhandelte, ist seit langem auf der $ 100-Note abgebildet!

Janukowitsch, der prorussische Präsident war ein legitim gewählter und amtierender Präsident eines demokratischen Landes. Obwohl Demokratie eine scheußliche Regierungsform ist, kann sie doch für friedliche Regimewechsel sorgen. Wenn diese friedlichen Regimewechsel eingehalten werden, bleibt die Demokratie stabil. So die Erfahrung der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Amerikaner haben stets die Geduld aufgebracht, eine Wahl abzuwarten, um korrupte oder verhaßte Politiker loszuwerden.

Warum also haben die USA einen revolutionären Coup bevorzugt um Janukowitsch einen frei gewählten Präsidenten, los zu werden? Bananenrepubliken verjagen ihre Republiken, nicht seriöse Nationen!

Es waren die Unterstützer der gegenwärtigen Kiewer Regierung, die die Revolutionsfackel in der Ukraine entzündet haben. Wie ein Waldbrand fraßen sich die Flammen in den Osten des Landes. Wenn es den Revolutionären erlaubt war, einen legal regierenden Präsidenten zu stürzen, dann ist es auch den Bewohnern des Landes erlaubt, sich gegen die Revolutionäre zur Wehr zu setzen. Und es sind die Separatisten die den legalen Präsidenten unterstützen, nicht umgekehrt. zzz

Es war die Kiewer Revolutionsregierung, die die russische Sprache in der gesamten Ukraine verboten hat. Die Ostprovinzen sprechen Russisch, die Menschen dort gehören zur Russisch-Orthodoxen Kirche und nicht zu den verschiedenen Ukrainischen Kirchen. Stellen Sie sich vor, die Kanadische Regierung würde die Französische Sprache in ganz Kanada verbieten. Zwar wurde das Verbot zurück genommen, doch der Schaden war geschehen. Kiew hatte Haß gegenüber dem Osten und seiner russischen Kultur losgelassen.

1962 stand die Welt anläßlich der Kuba-Krise am Rand des Atomkriegs. Warum ist die USA heute erstaunt, wenn Rußland keine NATO-Truppen in der Ukraine haben will?

Schottland will sich von England unabhängig erklären. Warum wird dies als rechtmäßig und angebracht beschrieben, wenn man die Ostukrainer für einen derartigen Wunsch als Terroristen unjd Kriminelle beschimpft?

Bürgerkriege sind im inneren Leben der Nationen manchmal unvermeidlich. Die Leidenschaften können dann nur mit Krieg gelöscht werden. Anschließend zeigen sich oft lange Friedensperioden, da die Kontrahenten wissen, daß sie alles getan haben, um ihre Interesen durchzusetzen. Ein Sturm muß sich austoben, damit Friede in der Atmosphäre herrsche. Aus dem Ersten Weltkrieg können wir auch lernen, daß es besser ist, die Ukraine in Ruhe ihre Probleme lösen zu lassen. Hätten die Mächte Europas sich 1914 entschieden, Österreich und Serbien ihre Probleme auskämpfen zu lassen, dann wäre die Auseinandersetzung heut kaum einem mehr bekannt. Es wäre einer von vielen Balkan-Kriegen gewesen.

Triebkraft im Ukraine-Konflikt ist doch vor allem das Verlangen nach der Neuen Weltordnung, die George H. W. Bush vor 25 gefordert hatte. Und dieses Verlangen geht auf die Pariser Vorortverträge nach dem Ersten Weltkrieg zurück. Es sind die Träume der Linken, man können die Welt nach irgendwelchen materialistischen Prinzipien organisieren und ihrem kindlichen Wahn, eine solche „Ordnung“ würde der Welt beständigen Frieden bringen.

Niemand auf der Welt bezweifelt, daß die Pariser Vorortverträge direkt zum Zweiten Weltkrieg führten und zur Unordnung im Irak. Der heutige Druck des Westens auf Rußland treibt Rußland in die Arme Chinas. Und das bereitet die Bühne für den 3. Weltkrieg – USA mit einem sehr schwachen Westeuropa gegen die beiden militärischen Giganten Rußland und China. Und all dies lediglich wegen eines Sturms im ukrainischen Wasserglas.

 

Waren die liturgischen Reformen von Pius XII. legal?

* Ein Aufsatz von P. Anthony Cekada vom 10. 7. 2006
* Erschienen auf www. traditionalmass.org

Sollen wir trotz der Bugnini-Connection dem „letzten wahren Papst“ folgen?

Im April 2006 veröffentlichte ich einen kurzen Artikel, in welchem ich ausführte, warum der Karwochenreform von Pius XII. nicht zu folgen ist und warum das Festhalten an der alten liturgischen Praxis nicht illegal oder willkürlich ist, bzw. ein „Herauspicken“ á la FSSPX.

Meine Position ist die, daß die Gesetze, welche diese Reform einführten, heute nicht mehr bindend sind. Grund dafür ist folgendes:

1. Sie entbehrten einer wichtigen Qualität des Kirchenrechtes, nämlich der Stabilität.

2. Sie wurden wegen der Änderung der Umstände gefährlich und verloren ihre Bindungskraft.

Um meine These zu stützen, zitierte ich ausführlich aus einer Schrift von P. Annibale Bugnini aus dem Jahre 1955. Dieser war nicht nur federführend bei der Reform der Karwoche [durch Pius XII.], er war auch der Hauptverantwortliche für die Einführung des Novus Ordo im Jahre 1969. Bugnini beschrieb die Reformen hier als vorläufige, bzw. als Schritte hin zu einer größeren Reform, nämlich des Novus Ordo.

Es stellten sich nun einige Fragen, auf die ich eine Antwort versuchen möchte:

Stabilität und Intention des Gesetzgebers

Gesetzgeber ist der Papst, nicht Bugnini. Ist nicht sein Akt verbindlich?

Im Jahre 1948 wurde dem Papst ein Akt von 340 Seiten vorgelegt, “ Memoria sulla riforma liturgica“. Signiert war dieser Akt von Ferdinand Antonelli OFM, der Bugnini ausdrücklich dankt. Antonelli gehörte später, ebenso wie Bugnini, zu den  Baumeistern des NOM.

Das Memorandum spricht ausdrücklich davon, daß eine komplette und generelle Revision der Liturgie nicht von heute auf morgen bewerkstelligt werden kann. Die Reform müsse mit dem Brevier beginnen, dem das Meßbuch, das Martyrologium und die weiteren liturgischen Bücher folgen. Jeder Schritt müsse vom Papst genehmigt werden. Der Prozeß müsse in einem „Kodex des liturgischen Rechts“ kulminieren, der gemeinsam mit den Reformen erarbeitet werden müsse und ihre Stabilität garantiert.
Das Memorandum stellte einer „Zweiten Arbeitsphase“ Möglichkeiten in Aussicht wie einen NOM-ähnlichen mehrjährigen Zyklus von Schriftlesungen, den Gebrauch der Volkssprachen, die Förderung von „Teilhabe“, Konzelebration und die Änderung der Meßstruktur.

In der Praxis wurde lediglich wurde zunächst nur das Brevier verändert und die Karwoche. Ein „Kodex des liturgischen Rechts“ wurde nicht veröffentlicht. Der transitorische Natur der Reform wurde unterstrichen. Es ist völlig klar, daß Pius XII. die Reform nur als Schritt betrachtete, einen Schritt in unbekannte Richtung. Dieser Schritt dauerte bis 1960, als Johannes XXIII. seine Reformen in Gang setzte. Die Reformen hatten also keine Stabilität und sind deshalb nicht länger bindend.

Veränderte Umstände

Als veränderte Umstände muß man auch die Tatsache bezeichnen, daß die Veränderungen durch NOM etc. in den Schatten gestellt worden sind.
Unter den Prinzipien und Fakten, die xxx … vorliegen, könne  wir folgende nennen:
# Die Liturgie muß pastoralen Prinzipien folgen.
# Die Volkssprache gehört in die Liturgie.
# Die Rolle des Priesters muß reduziert werden.
# Laien sollen mittels Gebeten und Lieder teilnehmen.
# Einführung neuer liturgischer Rollen.
# Gebete und Zeremonien müssen moderne Bedürfnisse erfüllen.
# Überflüssige Doppelungen müssen entfernt werden.
# Die Meßordnung muß verändert oder verstümmelt werden.
# Das Credo kann weggelassen werden.
# Passivität des Priesters bei den Schriftlesungen.
# Möglich dem Volk zugewendet zelebrieren.
# Betonung des Heiligen reduzieren.
# Liturgische Texte, die Häretiker, Schismatiker oder Juden stören könnten, müssen verändert werden.
# Die Ehrfurcht vor dem hl. Sakrament muß herabgesetzt werden.
In den 50er Jahren wurde das eine oder andere umgesetzt, ohne daß dies in den Einzelheiten grundsätzlich als schlecht zu erkenne war. Erst aus der Perspektive von heute können wir erkennen, daß hier der Fuß in die Tür gesetzt wurde, die zum NOM führte.

Die Indefektibilität der Kirche

Grundsätzlich muß man die Reform der Karwoche ablehnen, wenn man den NOM ablehnt. Und die Zeit hat den Charakter dieser Reform verändert. Kanonisten und Moraltheologen<ref>z. B. Cocchi, Michels, Noldin, Wernz-Vidal, Vermeersch, Regatillo, Zalba</ref> lehren, daß der Charakter von Gesetzen sich im Laufe der Zeit ändern kann. Deshalb kann man nicht behaupten, daß die Ablehnung der Karwoche von Pius XII. der Lehre widerspricht, daß die Kirche unfehlbar ist, wenn sie universelles Recht setzt. Ebensowenig kann man sagen, daß hier ein Papst-Sieben betrieben wird.

Papst-Sieben?

Die Essenz des „Papst-Siebens“ besteht darin, ein privates Urteil über die Lehren und die Rechtsprechung eines lebenden Papstes zu fällen, verbunden mit der Weigerung, sich diesem Papst  zu unterwerfen. Die FSSPX hat dieses Papst-Sieben zum fundamentalen Prinzip ihres Apostolats gemacht. Für diejenigen jedoch, die sich nicht der liturgischen Gesetzgebung von Pius XII. unterwerfen, gibt es keine lebenden Papst, der „gesiebt“ wird oder dem Gehorsam verweigert wird. Hier wird lediglich an liturgische Gesetze dieselbe Elle angelegt wie an andere kirchliche Gesetze.

Wir wenden auf diese Gesetze lediglich dieselben grundlegenden Prinzipien an wie auf alle kirchlichen Gesetze: Wenn angesichts der Krise des II. Vatikanum ein besonderes Gesetz<ref>e.g., restrictions on delegations for administering sacraments, dimissorial letters for ordinations, permissions for erecting churches, faculties for preaching, requirements for Imprimaturs, etc.</ref> sich abträglich erweisen würde, dann betrachten wir dieses Gesetz nicht länger als bindend.
Oder folgendermaßen: Wer, wie die FSSPX eine Person als Papst anerkennt, dann akzeptiert sie diesen als Gesetzgeber. Er entscheidet, welche Gesetze anzuwenden sind und wie sie zu interpretieren sind.

Als Sedisvakantist hat man keinen Papst als Rechtsquelle zur Verfügung. Wenn sich rechtliche Fragen stellen ist man auf die Anwendung bestimmter Prinzipien angewiesen.

Die Frage des Gehorsams

Es stellt sich nun die Frage, wie dies mit der Gehorsamspflicht vereinbar ist. Wird hier nicht die Gesetzgebung und das Urteil der Kirche in frage gestellt?
Die Prinzipien bzgl. Punkt 1 „Stabilität“ und Punkt 2 „Kassieren von Gesetzen, die schädlich werden“ finden sich in erprobten Kommentaren des Kirchlichen Rechts. Wenn die Anwendung dieser Prinzipien mit der Tugend des Gehorsams unvereinbar wären, wären sie nicht approbiert worden.

Daraus folgt, daß man die liturgische Gesetzgebung des „letzten Papstes“ zugrundelegen muß. Das ist jedoch nicht ganz so einfach.
… [Nun schildert Cekada kurz die legalen Probleme. Und er kommt zu dem Ergebnis:]

Folgt den liturgischen Riten, wie sie vor der modernistischen Herumpfuscherei existierten!

Wir Traditionalisten beteuern unermüdlich unsere Verpflichtung auf die traditionelle Lateinische Messe und auf die liturgische Tradition der Kirche. Es wäre schlicht und einfach sinnlos, Tradition zu schützen, die erst in den 1950er Jahren erfunden wurden.

Die Tradition, die wir erhalten wollen, reicht in die Antike zurück, – und nicht in die Amtszeit von Bugnini.

 

Die Freiburger Erklärung des St. Petrus-Canisius-Konvents zur Verteidigung des katholischen Glaubens

Der St.-Petrtis-Canisius-Konvent zur Verteidigung des katholischen Glaubens gibt am Grabe seines Schutzpatrons, des heiligen Petrus Canisius, in der Michaelskirehe zu Freiburg im Üechtland folgende Erklärung ab:

Am Feste des heiligen Kirchenlehrers Petrus Canisius, des zweiten Apostels Deutschlands, am 27. April 1985 an seinem Grabe versammelt, rufen wir die Fürsprache unseres Schutzpatrons, des unermüdlichen Streiters für die Wiederherstellung des katholischen Glaubens in den Wirren der Reformationszeit, an und tragen ihm und der ganzen römisch-katholischen Kirche, allen Heiligen und Engeln, dem ganzen himmlischen Hofstaat unter der Himrnelskönigin, der allerseligsten Iungfrati Maria, und der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiligen Geist, unsere Klage gegen Johannes Paul II. vor.

Unter einer Vielzahl von Klagepunkten heben wir folgende heraus. Wir klagen Johannes Paul II. an:

  • weil er einen gotteslästerlichen Hominismus verbreitet,
  • weil er die liberale und freimaurerisehe Idee der Religionsfreiheit vertritt,
  • weil er ein Zerstörer des christlichen Staates ist,
  • weil er die Freimaurerei begünstigt,
  • weil er einen für die Kirche zerstörerischen Okumenismus betreibt,
  • weil er das katholische Verständnis der Kirche zutiefst verfälscht hat,
  • weil er die Grundlagen der christlichen Familie zerstört,
  • weil er ein Vertreter der revolutionären Theologie der Befreiung ist,
  • weil er der Ansicht ist, daß alle Menschen bereits endgültig erlöst worden sind,
  • weil er behauptet hat, der feste Glaube der Nichtchristen gehe aus dem Heiligen Geiste hervor.

Alle diese falschen Lehren sind vom Lehramt der Kirche entweder bereits verurteilt worden oder stehen in klarem Widerspruch zur niemals aufhebbaren Lehre der Kirche. Wir rufen den Heiligen Geist, den Geist der Wahrheit, in tiefer Ehrfurcht als Zeugen dafür an, daß wir die Wahrheit sprechen.

Mit dem Apostel Paulus erklären wir: „Wenn jemand euch ein anderes Evangelium vcrkündet, als ihr empfangen habt: er sei verflucht!“

Sedisphobie

Welch kuriose Blüten die in „Traditionalisten“-Kreisen verbreitete „Sedisphobie“ treibt, zeigte unlängst wieder ein lefebvristischer Bischof, welcher meinte, es scheine zwar „dem katholischen Hausverstand“ zu genügen, wenn man annehme, die „konziliaren Päpste“ seien keine Päpste gewesen, jedoch: „für die meisten Katholiken scheint jene Annahme noch stärker dem katholischen Hausverstand zu genügen, wonach die von Gott auf einem lebenden Papst gegründete Kirche das letzte halbe Jahrhundert (1962–2014) nicht ohne einen solchen hätte auskommen können“. Zwar habe der Heiland gesagt: „So kann ein guter Baum keine schlechten Früchte hervorbringen und ein schlechter Baum keine guten“ (Matthäus 7, 18). Er aber, der lefebvristische Bischof, sage: „Jedoch kann ein zur Hälfte guter und zur Hälfte schlechter Baum durchaus zur Hälfte gute und zur Hälfte schlechte Früchte tragen.“

Wie ist das zu verstehen?

Nun, erklärt uns der offensichtlich gleich einem Kirchenvater erleuchtete neue Bibel-Interpret, zwar sei „als Ganzes gesehen eine Mischung aus Gutem und Schlechtem stets schlecht“, doch bedeute dies nicht, „daß einzeln gesehen die guten Teile der Mischung so schlecht wären wie die schlechten Teile“. Er hat auch gleich ein griffiges Bild parat. So werde „Krebs in der Leber mich zwar umbringen, aber nicht bedeuten, daß ich Lungenkrebs habe“ (Krebspatienten werden sich ungemein getröstet fühlen). Es folgt die Anwendung: „Nun aber ist jeder Kirchenmann, wie überhaupt jeder Mensch, weder vollständig schlecht, noch vollständig gut. Wir alle sind eine schwankende Mischung bis zum Tage unseres Todes. Gibt es also einen Kirchenmann, dessen Früchte vollständig schlecht sind? Selbstverständlich nicht. Somit kann die katholische Kirche während der letzten 50 Jahre von den halb-guten Früchten der Konzilspäpste gelebt haben – wobei diese Halblebigkeit von Gott zugelassen wurde, um seine Kirche zu reinigen, während er gleichzeitig verhindert hat, daß die Halblebigkeit soweit reichte, um die Kirche zerstören zu können.“

Die Kirche hat also „während der letzten 50 Jahre von den halb-guten Früchten der Konzilspäpste gelebt“. Als solche werden genannt: „Beispielsweise weinte Papst Paul VI. über den Mangel an Berufungen, Benedikt XVI. sehnte sich nach der Tradition, und sogar Franziskus dürfte versuchen, die Menschen zu Gott zu führen, indem er Gott auf die Stufe von uns Menschen hinunterzerrt.“ Von derlei „halb-guten Früchten“ also „lebte“ die Kirche während mehr als fünf Dezennien (wenn auch nur „halblebig“)! Sie „lebte“ von den Tränen Pauls VI., den Sehnsüchten Benedikts XVI. und dem leeren Geschwätz Bergoglios. Erstaunlich! „Die Konzilspäpste irren fürchterlich mit ihren Vorstellungen und verhalten sich bei Fragen des Glaubens verheerend mehrdeutig, wo sie absolut eindeutig sein müßten. Die Kirche starb ab und stirbt weiterhin ab unter ihnen.“ Die Kirche „starb“ also „ab“ und „stirbt weiterhin ab“ unter diesen „Päpsten“, und dennoch: „Doch jene Teile in ihnen, welche noch gut gewesen sind, haben der Kirche das Fortdauern ermöglicht und diese Konzilspäpste sind nötig gewesen als lebende Häupter, um den Körper der lebenden Kirche fortdauern zu lassen, so wie Pius XII. sagte. Fürchten wir also nicht, daß sie die Kirche zerstören könnten, sondern kämpfen wir mit Zähnen und Klauen gegen ihren Liberalismus und beten wir für ihre Rückkehr zur katholischen Vernunft, weil wir sie für das Fortleben unserer Kirche brauchen.“ Wir brauchen also dringend weiter diese „Päpste“, unter welchen die Kirche „abstirbt“, weil sie ohne sie nicht leben kann. Diese Logik erinnert an das „Stockholm-Syndrom“ und ähnliche Erscheinungen, wo Opfer von Verbrechern mit diesen eine irrationale Symbiose eingehen.

In der Tat ist es recht interessant, was „Wikipedia“ über die Ursachen des „Stockholm-Syndroms“ schreibt: „In erster Linie manifestiert sich die Wahrnehmungsverzerrung, die zum Stockholm-Syndrom führt, darin, dass die subjektive Wahrnehmung der Geisel nur einen Teil der Gesamtsituation erfassen kann. Das Opfer erlebt eine Zurückhaltung der Einsatzkräfte vor Ort, es fühlt sich mit zunehmender Dauer der Entführung allein gelassen. Dagegen wird das Agieren der Geiselnehmer überproportional wahrgenommen, schon kleinste Zugeständnisse (das Anbieten von Nahrung, auf die Toilette gehen lassen oder Lockern von Fesselungen) werden als große Erleichterungen empfunden. Das Opfer erlebt eine Situation, in der es ausschließlich ‘Gutes’ von den Geiselnehmern erfährt. Es kommt zu der für Außenstehende subjektiv nicht nachvollziehbaren Folge, dass ein Opfer mehr Sympathie für seine Peiniger empfindet als für die rettenden Einsatzkräfte.“ Ist es nicht auch so, daß sich viele „Traditionalisten“ unserer Tage mit zunehmender Dauer der „Kirchen-Krise“ mehr und mehr alleingelassen fühlen und daher auf die geringsten Zugeständnisse der modernistischen „Päpste“ mit größtem Dank und Jubel reagieren, so etwa auf die „Freigabe der Alten Messe“? Oder wie kommt es sonst „zu der für Außenstehende subjektiv nicht nachvollziehbaren Folge“, daß sie für die ihren Glauben und ihre Kirche zerstörenden Modernisten mehr Sympathie empfinden als für die „rettenden Einsatzkräfte“, welche sie als „Sedisvakantisten“ beschimpfen und mehr fürchten als der Teufel das Weihwasser? „Täter werden sich Opfern gegenüber oftmals wohlwollend verhalten, weil sie die Opfer als Vermögenswerte ansehen oder um eine Eskalation der Situation zu vermeiden. Hieraus kann eine emotionale Bindung und Dankbarkeit von Opfern gegenüber Tätern entstehen.“ So erklärt „Wikipedia“ weiter, und auch dieses Muster scheint uns im Verhältnis der „konziliaren“ Päpste zu den „Traditionalisten“ erkennbar (vgl. Res clamat ad dominum).

Doch wir wollen hier nicht Psychologie betreiben, so interessant das manchmal sein mag, sondern sehen, welche theologischen Früchte wir pflücken können. Wir haben schon gesehen, daß der Heiland im Gegensatz zu unserem lefebvristischen Bischof mit „Stockholm-Syndrom“ durchaus der Ansicht ist, daß es gute und schlechte Bäume gibt, und von halb-guten offensichtlich nichts weiß. Ebenso spricht Er in Seinem Gleichnis vom Fischernetz nur von „guten“ und „schlechten“ Fischen, wobei man „die guten in Gefäße“ sammelt, „die schlechten aber warf man weg“. Von den halb-guten oder halb-schlechten Fischen und wie es diesen erging sagt Er uns wieder nichts. Stattdessen fährt Er fort: „So wird es auch am Ende der Welt gehen. Die Engel werden ausziehen, die Bösen von den Gerechten absondern und sie in den Feuerofen werfen; dort wird Heulen und Zähneknirschen sein“ (Mt 13,39f). Allenthalben finden wir beim Heiland diese klare „Schwarz-Weiß-Malerei“ und nicht die vielen Zwischentöne, so etwa wenn Er von den klugen und den törichten Jungfrauen spricht und wieder die halb-klugen und halb-törichten völlig außer acht läßt. Das ist natürlich ein gravierendes Versäumnis.

Entsprechend kommen in Seiner Gerichtsrede auch nur Schafe und Böcke vor, die einen zu Seiner Rechten, die anderen zu Seiner Linken, und während Er zu den einen sagen wird: „Kommt, ihr Gesegneten Meines Vaters! Nehmet das Reich in Besitz, welches euch bereitet ist von Grundlegung der Welt an!“ (Mt 25,34), werden die anderen die schrecklichen Worte vernehmen: „Weichet von Mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, welches dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist!“ (Mt 25,41). Die Guten kommen also in den Himmel, die Bösen in die ewige Verdammnis, und abermals wird uns nicht gesagt, was denn mit den Halb-Guten und den Halb-Bösen geschieht. Kommen diese mit einem Teil in den Himmel, mit dem anderen in die Hölle? Oder kommen sie zeitweise hier-, zeitweise dorthin, sodaß sie hin und her pendeln?

 

Vor den Juden knien?

Vor den Juden knien?

Benedikt XVI. ersetzt das Karfreitagsgebet für die Juden im Meßbuch von 1962

Von Most Rev. Donald J. Sanborn, MHT Seminary Newsletter, März  2008

 

 

Einleitung

Im Juli 2007 autorisierte Josef Ratzinger den weitverbreiteten Gebrauch der bereits veränderten Messe aus dem Meßbuch Johannes XXIII. Die lauteste negative Reaktion zu dieser Initiative kam von den Juden, die sich an dem Gebet für ihre Bekehrung in der Karfreitags-Liturgie stören. Am Aschermittwoch 2008 reagierte Ratzinger auf die aggressive jüdische Kampagne und ersetzte das Gebet vollständig durch einen neuen Text.

Dies war bereits die vierte Änderung in Zusammenhang mit dem Karfreitagsgebet zugunsten der Juden. Die traditionelle Form war ungeheuer alt und gehörte zu den ältesten Gebeten des Meßbuchs. Sie lautet, ins Deutsche übersetzt, folgendermaßen:

Laßt uns für die glaubenslosen Juden beten: Der allmächtige Gott nehme die Decke von ihren Herzen, daß sie Jesum Christum, unseren Herrn erkennen können.

Laßt uns beten!

Allmächtiger, ewiger Gott, der nicht einmal die jüdischen Ungläubigen von Deinem Erbarmen ausschließt, erhöre unsere Gebete, die wir für die Blindheit dieses Volkes darbringen, daß sie das Licht Deiner Wahrheit erkennen, nämlich Jesum, und aus ihrer Dunkelheit erlöst werden.

Durch den selbigen, unsern Herrn Jesum Christum, der mit Dir in der Einheit des Heiligen Geistes lebt und herrscht, Gott in Ewigkeit, Amen!

 

Die Anspielung auf den Schleier auf ihren Herzen stammt direkt vom hl. Paulus:

Wir treten nicht wie Mose auf, der über sein Antlitz eine Decke legte, damit die Israeliten das Verblassen des Glanzes nicht sehen. Doch ihre Sinne wurden verstockt. Denn bis zum heutigen Tage liegt die gleiche Decke auf dem Alten Bund, wenn sie es lesen, und es bleibt verhüllt, bis es in Christo ein Ende finden wird. Bis auf den heutigen Tag hängt die Decke vor ihrem Herzen, wenn Mose gelesen wird. Sobald sich aber einer bekehrt zum Herrn, wird die Decke abgetan.

Im traditionellen Ritus absolvieren Priester und Gemeinde keine Kniebeuge, wenn der Priester ‚Oremus!‘ sagt. Grund dafür ist, daß die Kirche es nicht für angemessen hielt, daß an dieser Stelle die gleiche Geste geübt wird, die die spottenden (jüdischen) Soldaten ausübten, um Jesus zu verspotteten.

Dasselbe Prinzip wurde bei der Liturgie des Karsamstag angewendet, wo es keine Kniebeuge nach der 12. Übung gibt, wo von den jungen Menschen die Rede ist, die die Anbetung der Nebukadnezer-Statue verweigerten.

Änderungen im Gebet

Kniebeuge wird eingeführt (1955)

1955 fand bekanntlich eine umfassende Revision der Karwoche statt, geplant und durchgeführt vom Autor der „Neuen Messe“, Annibale Bugnini. Unter anderem wurde die bisher fehlende Kniebeuge beim Gebet für die Juden eingefügt. Dies war wohl das erste Mal in der gesamten Geschichte der Kirche, daß ein Ritus aus einer verfehlten Rücksicht auf Nichtkatholiken geändert wurde.

‚perfidis‘ wird entfernt (1959)

Im Jahre 1959 wurde das Wort “perfidis“ durch Johannes XXIII. aus dem Gebet entfernt. Es sei nochmals darauf hingewiesen, daß das lateinische Wort “perfidis“ nicht dasselbe meint, wie „perfid“ im Deutschen.

Bereits Pius XII. stand unter dem Einfluß von Eugenio Maria Zolli, zuvor als „Israel Zolli“ Oberster Rabbiner von Rom, bevor er 1945 zum Katholizismus konvertierte. Zolli verlangte, daß „perfidis“ entfernt wird:

Der ehemalige Chef-Rabbiner und Pius XII. unterhielten sich eine Zeit lang miteinander. Zolli sagte später zu Dezza, dem Priester und späteren Kardinal, der Zolli getauft hatte, daß er Pius aufgefordert habe, auf das “perfidis“ zu verzichten. Pius weigerte sich aber und erklärte Zolli die Bedeutung des Wortes, das meist mit „willentlich  glaubenslos“, „tückisch“, „falsch“ übersetzt wird, binnen des katholischen Gebets jedoch lediglich „ungläubig“ meint.

Hier nun das Gebet Johannes‘ XXIII, das im Meßbuch von 1962 enthalten ist:

Laßt uns auch für die Juden beten, daß der allmächtige Gott den Schleier von Ihren Herzen nehmen möge, daß sie Jesus Christus unseren Herren erkennen mögen.

Laßt uns beten! Laßt uns niederknieen! Erhebt Euch!

Allmächtiger, ewiger Gott, der die Juden nicht von seinem Erbarmen ausschließt, erhöre unsere Gebete, die wir für die Blindheit des Judenvolkes aufopfern, daß sie das Licht Deiner Wahrheit, Jesus Christus, erkennend, sie aus der Dunkelheit erlöst werden mögen.

Durch denselbigen unseren Herren Jesus Christus, der mit Dir in der Einheit des Heiligen Geistes lebt und herrscht, Gott ohne Ende. Amen.

‚conversion‘ wird entfernt (1970)

1970 entfernte Paul VI. das traditionelle Gebet vollständig und ersetzte es durch ein neues, welches im Meßbuch des Novus Ordo auftaucht:

Laßt uns für das jüdische Volk beten, das als erstes das Wort Gottes vernahm. Mögen sie fortschreiten in der Liebe zu seinem Namen und im Glauben an seinen Bund.

Stilles Gebet. Dann sagt der Priester:

 Allmächtiger, ewiger Gott, vor langer Zeit gabst du das Versprechen an Abraham und seine Nachkommen. Höre auf Deine Kirche, wenn wir bitten, daß das Volk, das Du zuerst das Deine nanntest, die Fülle der Erlösung erlangt. Wir bitten dich durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen.

Es muß sehr deutlich betont werden, daß das Meßbuch von 1970 jeden Hinweis auf die Bekehrung der Juden ausgemerzt hat. Das Gebet sagt eindeutig aus, daß die Juden „die Fülle der Erlösung“ lediglich durch das Verharren im „Wachsen in der Liebe des (JAHWE)-Namens und im Vertrauen auf seinen Bund“ erlangen können.

Trotz der Tatsche, daß sie Christum verleugnen, werden sie also beschrieben als „den Namen Gottes liebend“ und „treu seinem Bund“. Das Gebet Pauls VI. widerspricht offen dem hl. Evangelium und den Briefen St. Pauli. Es ist nackte Blasphemie.

Eine bizarre Schöpfung (2008)

Am 7. Juli 2007 veröffentlichte Ratzinger ein „Motu proprio”, betitelt „Summorum pontificum”, welches den Gebrauch des Meßbuchs von 1962 erleichtert, in dem zwar nicht gänzlich, jedoch weitgehend die Alte Liturgie enthalten ist. Die Heilige Woche z. B. ist nicht traditionell, sondern das Produkt des Modernisten und Freimaurers [[Bugnini, Annibale|Bugnini]].<ref>Sie ist allein das Produkt des Gegenpapstes „Pius XII.“. Es ist bedauerlich, daß Bf. Sanborn das nicht zu sagen wagt. [MM]</ref> Kurz nach dieser dramatischen und lang erwarteten Erlaubnis des 1962er Meßbuchs qualifizierte die Anti-Defamation-Liga diese Erlaubnis als „Tiefschlag für die Jüdisch-Katholischen Beziehungen“. Die ADL ist die Gruppe jüdischer Wachhunde, die weltweit jedem Zeichen von angeblichem „Antisemitismus“ hinnterher schnüffelt.

Verängstigt durch derlei Anschuldigungen änderte Ratzinger das Gebet des 1962er Meßbuchs folgendermaßen:

Laßt uns für die Juden beten: Daß unser Herr und Gott ihre Herzen „erleuchten“ möge, damit sie erkennen, daß Jesus Christus der Heiland aller Menschen ist.

Laßt uns beten, Laßt uns niederknien, Erhebt euch!

Allmächtiger, ewiger Gott, du willst, daß alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, bitte gewähre gnädig, daß so wie die Fülle der Völker in die Kirche kommt, ganz Israel gerettet werden möge. Durch Christum unsern Herren. Amen.

Bevor wir das kommentieren, soll zunächst gesagt werden, daß dies wohl das bizarrste Gebet ist, das je in der Kirche formuliert worden ist. Das Gebet soll wohl Bezug nehmen auf Römer 11, 25-26:

„Ich will euch nicht verhehlen, liebe Brüder, dieses Geheimnis (auf daß ihr nicht stolz seid): Blindheit ist Israel zum Teil widerfahren, so lange, bis die Fülle der Heiden eingegangen sei und also das ganze Israel selig werde, wie geschrieben steht: „Es wird kommen aus Zion, der da erlöse und abwende das gottlose Wesen von Jakob.“

St. Paul über die Juden

Rettet der hl. Paulus das Gebet Ratzingers? Nein. Denn es erwähnt nicht die Notwenigkeit, daß die Juden ihren Unglauben (perfidia) aufgeben, ihre Dunkelheit, ihre Blindheit und den Schleier über ihren Augen. St. Paul erwähnt all‘ diese Dinge. Im Galaterbrief sagt er, daß die Juden die Gnade verloren haben: „Ihr habt Christum verloren, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, und seid von der Gnade gefallen.“

Der Römerbrief stellt fest, daß die Juden sich in ihrer Zurückweisung Christi gestoßen haben:

„Warum das? Darum daß sie es nicht aus dem Glauben, sondern aus den Werken des Gesetzes suchen. Denn sie haben sich gestoßen am Stein des Anstoßes, wie geschrieben steht: ‚Siehe da, ich lege in Zion einen Stein des Anstoßes und einen Fels des Ärgernisses; und wer an ihn glaubt, der soll nicht zu Schanden werden.'“

Römer 11 sagt Paul, daß die Juden blind sind und den „Geist des Schlafs“ haben:

„Wie denn nun? Was Israel sucht, das erlangte es nicht; die Auserwählten aber erlangten es. Die andern sind verstockt, wie geschrieben steht: „Gott hat ihnen gegeben eine Geist des Schlafs, Augen, daß sie nicht sehen, und Ohren, daß sie nicht hören, bis auf den heutigen Tag.“

Ebenfalls Römer 11 sagt Paul, daß die Erfüllung seines Bundes in der Wegnahme ihrer Gottlosigkeit, also ihrer Sünde besteht, daß sie Feinde des Evangeliums sind, und daß sie des Unglaubens schuldig sind:

„Und dies ist mein Testament mit ihnen, wenn ich ihre Sünden werde wegnehmen. Nach dem Evangelium sind sie zwar Feinde um euretwillen; aber nach der Wahl sind sie Geliebte um der Väter willen. Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen. Denn gleicherweise wie auch ihr weiland nicht habt geglaubt an Gott, nun aber Barmherzigkeit überkommen habt durch ihren Unglauben, können ihn nicht gereuen. also haben auch jene jetzt nicht wollen glauben an die Barmherzigkeit, die euch widerfahren ist, auf daß sie auch Barmherzigkeit überkommen. Denn Gott hat alle beschlossen unter den Unglauben, auf daß er sich aller erbarme.“

Im 2. Korintherbrief sagt Paul, daß ein Schleier auf ihren Herzen ist, und daß das Alte Testament ungültig geworden ist:

„Und tun nicht wie Moses, der die Decke vor sein Angesicht hing, das die Kinder Israel nicht ansehen konnten das Ende des, das aufhört, sondern ihre Sinne sind verstockt. Denn bis auf den heutigen Tag bleibet dieselbige Decke unaufgedeckt über dem Alten Testament, wenn sie es lesen, welche in Christo  aufhöret; aber bis auf den heutigen Tag, wenn Moses gelesen wird, hänget die Decke vor ihrem Herzen.“

Angesichts der Überlegungen, die zu den Änderungen im Karfreitagsgebet führten, muß man diese Aussagen der paulinischen Briefe ins Auge fassen. Es stimmt zwar, daß das Karfreitagsgebet auf den hl. Paulus zurückgeht. Ratzinger sagt das auch, doch widerspricht er jeder Aussage des hl. Paulus. Wer sich von Ratzinger angeregt fühlt, bei St. Paul nachzuschlagen, findet dort Sätze, die die ADL verdammen würde. Man bedenke, daß Paul selbst ein Jude und Pharisäer war!

Leben die Juden am Ende der Zeiten?

Das von Ratzingers Gebet gezeichnete Bild ist das Bild der Heidenvölker, die sich in der einen Kirche sammeln und parallel dazu die Erlösung Israels. Die Kirche ist lediglich für die Heiden notwendig, die Juden haben ihren eigenen Bund mit Gott, der ihnen das Heil vermittelt. Die Gottlosigkeit der Juden wird im Gebet nicht erwähnt, obwohl St. Paul sie in demselben Vers beschreibt, aus dem Ratzinger für sein „Gebet“ zitiert. Gern wüßte man, wie das Gebet gelautet hätte, wenn Paulus es selbst formuliert hätte. Der Abschnitt aus dem Römerbrief, aus dem Ratzinger zitiert, nennt die Rückkehr der Juden (jedoch nicht alle insgesamt) zur Katholischen Kirche am Ende der Zeit. Es bezieht sich auf einen bestimmten Punkt in der Geschichte, wenn Juden, die dann leben werden, in Massen zum Katholizismus konvertieren werden.

Viele Exegeten vermuten, daß diese Rückkehr der Juden zur Kirche in zeitlichem Zusammenhang mit der prophezeiten großen Apostasie in der Kirche stehen wird. Dies scheint mit der Ansicht von St. Paul übereinzustimmen, die er im 11. Kapitel des Römerbriefs und im 2. Thessalonicher-Brief zum Ausdruck bringt. Es könnte passend erscheinen, daß die Juden den Glauben wiederfinden, wenn die Heidenvölker ihn verlieren, so wie die Heiden zum Glauben kamen, als die Juden ihn verloren. Jedenfalls erwartet St. Paul aber keinen allgemeinen Zustrom am Ende der Zeiten. Eher ist das Gegenteil der Fall, was auch dem Heilandswort entspricht.

Die Ansicht, daß die Kirche auf eine sehr kleine Zahl reduziert werden wird, wird von vielen Kommentatoren unterstützt. St. Pauls Erwähnung des ‚Eintritts der Heiden in die Kirche‘ bezieht sich auf die Tatsache, daß das Evangelium allen Völkern gepredigt werden wird und daß zumindest Einige aus allen Völkern Glied der Kirche werden. Die Bekehrung der Juden ist beschränkt auf einige Juden zu bestimmter Zeit in der Zukunft. Es handelt sich nicht um ein generelles Gebet für die Bekehrung aller ungläubiger Juden, die heute leben.

Der Pseudo-Kardinal Kasper, Ultra-Modernist im Vatikan und zuständig für die Beziehung zu den Juden, bekräftigte diese Tatsache:

„Hier geht es um eine Anrufung, die im Kontext des Bibeltextes verstanden werden muß: Es handelt sich um einen Text des hl. Paulus, der eine eschatologische Hoffnung ausdrückt; sie bezieht sich auf die Endzeit, das Ende der Geschichte, daß das Volk Israels zur Kirche kommt, wie auch die anderen Völker. Es geht also um eine Hoffnung und nicht um den Wunsch, die Juden zu bekehren.“

Tatsächlich ist dies kein Gebet für die Konversion der Juden, denn es spricht nicht vom Unglauben der Juden und von ihrem Eintritt in die Kirche. Man vergesse nicht, daß die Novus Ordo Theologie einen eigenen Bund der Juden mit Gott kennt, der trotz der jüdischen Zurückweisung Christi voll gültig ist, einen Bund, der ihnen das Heil bringt. Ein Gebet für die Bekehrung der hier und jetzt lebenden Juden ist der Novus Ordo-Theologie fremd.

Trotz dieser Tatsache nennt sich Ratzinger Gebet nach wie vor „Für die Bekehrung der Juden, so wie im Meßbuch 1962. Überflüssigerweise erbittet es auch die „Erleuchtung“ der Herzen der Juden, so als wäre ihr Herz bislang verdunkelt. Ein Angriff auf die jüdische Religion? Ratzinger wollte beide Seiten befriedigen, Traditionalisten und Juden, leider beiderseits erfolglos. Er warf den Traditionalisten einen Knochen vor, indem er den Titel des Gebets beibehielt, der die Juden ärgerte, und er warf den Juden einen Knochen vor, indem er die Erwähnung des Schleiers vor ihren Herzens entfernte, die direkt vom Heiligen Paulus stammte.

Dies alles war natürlich nicht genug für die Juden, denn sie halten jede Aufforderung zur Bekehrung für einen Angriff auf ihre Religion. Und dem ist auch so. Doch ist ihre Religion die falsche, und es gehört zu den Aufgaben der Katholische Kirche die Falschheit aufzudecken, so wie es ihre Aufgabe ist, die Wahrheit tu verkündigen. Sagte unser Herr Jesus Christus doch: „Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, daß ich für die Wahrheit zeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme.“

Denn Falschheit in jeder Form kommt vom Teufel, sie kommt aus Ignoranz und Stolz, diese Ausflüsse der Ursünde. Welchen Sinn könnte die katholische Kirche haben, wenn sie nicht mehr vor aller Welt klar zwischen wahrer und falscher Religion unterscheidet? Welchen Sinn hätte die katholische Kirche, wenn sie nicht mehr den Befehl unseres Herrn Jesus Christus erfüllt, das Evangelium aller Welt, auch den Juden, zu verkündigen, um sie zu bekehren?

Unser Herr sagte zu den Aposteln:

„Gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.
Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden. (Markus 16, 16)

zzz Dies ist der unmißverständliche Befehl Gottes, die Welt zum Katholizismus zu bekehren. Wer bräuchte eine Kirche, die den Befehlen ihres göttlichen Gründers ungehorsam ist? Doch die Juden bestehen darauf, daß die Kirche den Anordnungen ihres Göttlichen Gründers ungehorsam wird. Sie werden nicht zufrieden sein, bevor nicht das Wort „bekehrt“ verschwunden ist und bevor nicht ein Gebet an die Stelle tritt, daß ihren unabhängigen und vollgültigen Bund mit Gott proklamiert, der sie befähigt, Christus und seine Kirche zu ignorieren.

Ratzinger tat mit seiner Änderung des Karfreitagsgebets das, was Pontius Pilatus am Karfreitag getan hatte: Um die Menge der Juden zu besänftigen, die nach dem Tod Jesu Christi schrie, ließ er Jesus auspeitschen und mit Dornen krönen. Er hoffte, daß dieser Kompromiß den vollen Effekt der Befriedigung der blutdurstigen Menge erzielen würde. Doch alles, was er mit diesen feigen und heimtückischen Akt erreichte, war das noch lautere Gebrüll „Kreuzige ihn, Kreuzige ihn!“. Und er bekam einen ständigen Platz der Schande im Großen Glaubensbekenntnis. Die Vereinigung der italienischen Rabbiner suspendierte ihren Dialog mit Ratzinger an genau dem Tag, als er das neue Gebet veröffentlichte, und sie sagten, daß die Grundlagen des Dialogs verlassen worden wären.

Auch andere jüdische Gruppen meldeten Protest an. USA Today berichtet: „Wir sind enttäuscht! Wir haben eine Sprache erwartet, die für die Integrität des jüdischen Glaubens in seinem eigenem Recht offen ist. Offensichtlich ist Benedikt nicht in der Lage, dem so entgegenzukommen, wie seine Vorgänger“, sagte Rabbi David Rosen, der Direktor für interreligiöse Angelegenheiten des AJC, auch zuständig für den aktuellen Dialog mit dem Vatikan.

„Je mehr konstruktive, positive Aussagen wir von der Kirche bekommen bezüglich des Werts des Judentums und den Respekt für das Judentum, desto besser können wir eine exklusive Sprache bekämpfen“, sagte Rosen. Abraham Foxman, amerikanischer Direktor der ADL sagte, er wäre „tief betrübt“, daß die Aktion „Jesus für Juden“ immer noch nicht aufgelöst wäre.

Die FSSPX war auch tief betrübt. P. Scott sagte: „Das Gebet führt zu Ökumenismus und ist für traditionelle Katholiken inakzeptabel. Wir werden es nicht benutzen.“ Traditionelle Katholiken werden es nicht akzeptieren, daß am Meßbuch herumgepfuscht wird, und daß Benedikt XVI mit seinem Plan erfolgreich sein wird, die „außergewöhnliche“ Form des Römischen Ritus zu ändern. So wie die Priester der Tradition die Worte “glaubenslos“ und “Unglauben“ beibehalten, die Johannes XXIII. auszumerzen versuchte, so werden sie auch das Gebet für die Konversion der Juden beibehalten.

Wenn P. Scott als Führungsperson der FSSPX spricht, dann muß man konstatieren, daß die FSSPX dreißig Jahre in Verhandlungen mit den Modernisten verschwendet hat. Andere Mitglieder der FSSPX sprachen sich für das Gebet aus, so die Gespaltenheit der Bruderschaft aufzeigend. Doch dies war noch stets so der Fall. Bischof Fellay schwieg sich bisher zum Thema aus. Er steckt in der Zwickmühle. Lehnt er das Gebet ab, wird er des Ungehorsams bezichtigt, und die Verhandlungen mit dem Hl. Stuhl werden abgebrochen.

Akzeptiert er es, verdirbt er es sich mit dem konservativen Teil der Bruderschaft und öffnet das Tor für weitere Veränderungen des Meßbuchs. Wir<ref>d.i. die 1983 aus der FSSPX ausgeschiedenen amerikanischen Sedisvakantisten. MM</ref> erinnern daran, daß der Konflikt ums Meßbuch zu unserem Ausscheiden im Jahre 1983 geführt hat. Damals hatte Ebf. Lefebvre das Meßbuch Johannes XXIII. befohlen, nachdem zuvor die Rubriken von vor 1955 erlaubt gewesen waren. Er hatte ernsthafte Verhandlungen mit Ratzinger aufgenommen, mit dem Ziel, die FSSPX zurück in die Modernismus-Religion zu führen. Er hat es mir selbst gesagt, daß der Vatikan niemals die Rubriken von 1955 akzeptieren wird, und er zeigt mir die Protokolle der Verhandlungen mit Ratzinger, die besagten, daß sich die Bruderschaft an das Meßbuch von 1962 zu halten hat.

In dreißig Jahren Tanz mit den Modernisten wurde die Musik gestoppt. Das Meßbuch von 1962 ist obsolet, das Meßbuch von 2008 hat es ersetzt. Das 1962er Meßbuch währte nur zwei Jahre, denn es wurde bereits 1964 wiederum reformiert, dann gab es ein fünfmonatiges Dasein 2007 und 2008, nur um durch das neue „jüdische“ Meßbuch ersetzt zu werden. Wohin will die FSSPX nun gehen?

Ratzinger kann nicht zum Gebet von 1962 zurück. Wenn die FSSPX das Gebet nicht akzeptiert, dann werden sie exakt dort bleiben, wo sie seit langem sind, in einem Niemandsland theologischer Absurdität, in dem sie „mit dem Papst“ ist, er jedoch nicht mit ihnen. Und das ist es doch, was sie wollen. Das Gebet gibt ihnen die perfekte Entschuldigung dafür, nicht mit Ratzinger zusammenzugehen.

== Der Widerstand von 1983 ==
Als die neuen Priester 1983 gegen Lefebvre Widerstand leisteten, weil die Rubriken von Pius X. in Meßbuch, Kalender und Brevier angetastet wurden, haben nur wenige Laien verstanden, wie wichtig das ist. Die meisten können das 1962er Meßbuch nicht von dem von vor 1955 unterscheiden, welches wir benutzen. Doch gibt es signifikante Unterschiede. Die Liturgie spricht Bände durch Gesten und Symbole. Was klein scheint, kann großes Gewicht besitzen. Es ist z. B. Todsünde, absichtlich das Wasser im Kelch im Offertorium wegzulassen, oder die Messe ohne die beiden brennenden Kerzen zu lesen. Ein Laie mag dies für trivial halten, doch jeder Priester versteht die liturgische Wichtigkeit. Beginnt man Einzelheiten der heiligen Handlung wegzulassen, oder ein wichtiges Wort, sind die Pforten der Zerstörung geöffnet. Durch das Hinzufügen der Kniebeuge bei dem Karfreitagsgebet sind die Pforten geöffnet für jede weitere Änderung, die irgend jemand verlangt, weil er sich beleidigt fühlt.

Zum Beispiel könnte man das Johannesevangelium fortlassen, weil die Juden es als antisemitisch einstufen. Oder sollte man es entsprechend den Wünschen der ADL verändern? Unser schmerzlicher Widerstand von 1983 war notwendig, um die masonistischen Änderungen von Bugnini<ref>d.h. von „Pius XII.“</ref> aus der heiligen Liturgie herauszuhalten, die logisch zum Novus Ordo von 1969 führten. Die FSSPX steckt auch deshalb in einem unlösbaren Dilemma, weil sie die Bugnini-„Reformen“ von 1962 und zuvor akzeptiert hat. Sie können nicht mehr Nein zu den gealterten Modernisten heute sagen, wenn diese Konzessionen an die Juden verlangen, da sie bereits die Konzessionen an die Juden von 1962 akzeptiert haben.

Wo wird das aufhören? Diese Frage stellt sich bei Ratzingers Gebet. Wo wird das aufhören? Wenn die Gebete der katholischen Messe auf die Forderung einer falschen Religion geändert werden, wenn diese sie anstößig findet, was wird dann von der Katholischen Messe übrig bleiben? Was ist mit der Forderung im Kollektengebet von St. Pius V. „Zerstöre die Feinde Deiner Kirche“, die sich auf Muslime und Protestanten bezieht? Oder das Gebet in der Messe für die Verbreitung des Glaubens, in dem gefordert wird, daß alle Völker Jesum Christum als Sohn Gottes erkennen? Ist all‘ das nicht anstößig für die Juden? Wenn die Beschwichtigungspolitik Ratzingers gegenüber  Juden und Nichtkatholiken zu Ende gedacht wird, dann würde die katholische Liturgie zu einem von wilden Tieren zerfleischten Kadaver. Derartiges wurde bereits versucht!

Denn dieser Punkt war bereits 1928 erreicht. Eine große Gruppe von Klerikern, die vorgeblichen „Amici Israel“, forderte damals die Entfernung des Wortes „perfidis“ aus dem Karfreitagsgebet. Zu der Gruppe gehörten nicht weniger als 2.000 Priester, 328 Bischöfe und 19 Kardinäle, unter ihnen der berühmte Kardinal von München, Michael Faulhaber. Die Gruppe war 1926 in Rom gegründet worden und ihr Ziel war nichts weniger als die Förderung einer christlich-jüdischen Versöhnung. Man denke daran, daß die 1920er Jahre eine Zeit fieberhafter ökumenischer Aktivitäten war. Diese wurden von Papst Pius XI. 1928 in seiner Enzyklika „[[Mortalium animos]]“ grundlegend verurteilt.

Die Forderung der „Amici Israel“ wurde von Pius XI. der Ritenkongregation übergeben. Referent war der Benediktiner Ildefons Schuster, der spätere Erzbischof von Mailand. Dieser unterstützte den Antrag mit dem Argument, die Bitte wäre in modernen Ohren mißverständlich. Tatsächlich hat „perfid“ in fast allen modernen Sprachen die Bedeutung von „verworfen“ oder „gemein“. Am Karfreitag ist lediglich die jüdische Treulosigkeit gemeint. Man kann sie nicht „Häretiker“ nennen, denn sie sind nicht getauft, auch kann man sie nicht mit den Heiden vergleichen.

Der Begriff „perfide“ trifft also genau die Sache, daß sie ihrem eigenen Bund mit Gott untreu geworden sind und den Messias nicht anerkennen. Die Juden stehen mit Gott in einem Bundesverhältnis. Diesem sind sie untreu, „perfid“, geworden.

Man lese nach in Levitikus 26 um Gottes Zorn zu verstehen, als die Jduden ihren Bund gebrochen hatten.<ref>V. 14 – 45</ref> Es ist die Lehre der Katholischen Kirche, daß Gesetz und Bund in Christus erfüllt sind und in seiner Kirche, der Römisch-Katholischen Kirche. Das Verbleiben im Judaismus ist die Zurückweisung Christi als wahrem Mesias und besteht in Untreue gegen Gott als Bundespartner im dem feierlichen und heiligen Bund, der durch das mosaische Gesetz ratifiziert wurde.

== Zurückweisung durch Pius XI ==
Die Ritenkongregation unterstütze also den Vorschlag, das Wort „perfidis“ zu ersetzen. Die Angelegenheit wurde nun dem Heiligen Offizium übergeben. Der päpstliche Hoftheologe, Marco Sales, wandte ein, daß der Ritus zu alt sei, um verändert zu werden. Zudem, so meinte er scharfsinnig und zu Recht, seien derartige Veränderungen ein Faß ohne Boden, habe man eine vorgenomen, kämen andere, die weitere Veränderungen wünschten. Kardinal Merry del Val, Sekretär des Heiligen Offiziums, den Pius X. als lebenden Heiligen bezeichnete, reagierte auf den Vorschlag sehr negativ und ablehnend. Er sagte offen, daß die „Amici Israel“ nicht mehr die Bekehrung der Juden wünschte. Diese Position sei inakzeptabel und das Karfeitagsgebet dürfe nicht angetastet werden. Das Urteil des Heiligen Offiziums war: „nihil esse innovandum — nothing should be changed.“

Das Dekret, das die „Amici Israel“ unterdrückte, führte aus, daß das Judentum „der Wächter der göttlichen Verheißungen in Jesus Christus“ gewesen ist, und daß es das seit der Erscheinung Christi nicht mehr ist. Die Juden seien das „einst erwählte Volk Gottes“. Daraus folge, daß seit diese Erwählung unwirksam geworden ist, auch der Bund erloschen ist, beendet und widerrufen. Papst Pius XI. bestätigte die Entscheidung des Heiligen Offiziums, und er ging noch weiter. Er verlangte von allen Unterzeichnern einen Widerruf und löste die Organisation auf.

Der Kniefall Ratzingers vor den Juden, der zu einem Kriechen auf dem Bauch wurde, zeigt, daß die Modernisten nach wie vor bereit sind, die Alte Messe im Interesse des Ökumenismus zu verändern. Man fragt sich, warum es die traditionelle Messe überhaupt noch gibt. Die Veränderungen des Gebets zeigen nur, daß die alte Messe mit dem 2. Vatikanum inkompatibel ist.

== Kommt nun das Brevier an die Reihe? ==
Ratzingers “Moto proprio“ erlaubt das Brevier von 1962. Dieses geht mit den Juden erheblich rüder um als die Karfreitagsliturgie. Die Karfreitagslesung aus dem hl. Augustinus beschuldigt die Juden, die Christum gekreuzigt haben, „Übeltäter“ zu sein und „verstockt“. Der heilige Doktor beschuldigt die Juden, schuld am Tod Christi zu sein, und ihn nicht mit dem Schwert, sondern mit ihren Zungen gekreuzigt zu haben:
: „Doch Du, Christi eigenes Volk, hast ihn in Wahrheit getötet. Wie tatest du es? Mit dem Schwert deiner Zunge. Denn diese gebrauchtest du als scharfes Schwert. Wann hast du zugeschlagen? Als Du geschriene hast: „Kreuzige, kreuzige ihn!“

Viele weitere Teile der Heiligen Schrift und Kommentare der Väter betonten den Unglauben der Juden, und ihre Beteiligung am Tode Christi. Wird nun all‘ dies gestrichen? [[Heinrich Heine]], der prokommunistische Jude im Deutschland des 19. Jh. sagte einst: „Wo man Bücher verbrennt, dort wird man schließlich Menschen verbrennen.“

== Modernismus und Katholischer Glaube – unvereinbar ==
Die Veränderungen Ratzingers zeigen, daß wir wieder in den 1960er Jahren angelangt sind. Jeder der damals lebte, wird sich daran erinnern, wie die Messe verstümmelt wurde, verändert, verwässert, zerhackt, Stück für Stück, Monat für Monat, Jahr für Jahr. Die Traditionalisten, die nach der Alten Messe rufen, wollen etwas, was unveränderbar ist. Ratzinger Geste gegenüber den Juden etablierte das Prinzip, daß alles, was nicht dem 2. Vatikanum entspricht aus Messe und Brevier weichen muß. Und sie zeigen, daß Katholizismus und Ökumenismus, also Modernismus, sich antithetisch gegenüber stehen, und daß jeder Versuch, sie zusammenzubringen, scheitern muß, wie dieser Gebetsversuch. Wird die FSSPX das je verstehen?

Ferner muß man notieren, daß trotz Ratzingers barocken Mitren und bunter Prozessionsmänteln er keinen einzigen Schritt zur Lösung des tatsächlichen Problems im Katholizismus getan hat, dem Ökumenismus. Der eingefleischte Modernist kann nicht anders, als die Katholiken mit Ökumenismus quälen, und er verbreitet dieses Gift auch in barocken Mitren und Prozessionsmänteln. Immer noch fallen viele traditionelle Katholiken auf diesen Putz herein, die nichts als theatralische Kostüme sind, und bekommen Gänsehaut, weil sie sich der Illusion hingeben, das Ende des 2. Vatikanums sei gekommen.

== Traditioneller Putz um die Revolution zu retten ==
Geschichtskundige wissen, daß es nicht die radikalen Revolutionäre wie [[Kaesar, Gaius Julius|Julius Caesar]] oder [[Robespierre, Maximilian|Robespierre]] waren, die zu Erfolg gelangten, sondern die moderaten Revolutionäre wie [[Napoleon I. Bonaparte|Napoleon]] und [[Augustus (Kaiser)|Augustus]], die die hergebrachten Institutionen, Traditionen und  Insignien sorgfältig respektierten, doch all dies nutzten, um die Substanz ihrer Reformen voranzubringen.

Das gleiche könnte man von Cromwell sagen, dessen radikale Herrschaft keinen Bestand behielt. Seine Prinzipien jedoch blieben, weil sie 1661 durch die Restauration der Stuarts in der Person Karls II. mit der Monarchie verbunden wurden. Die radikalen Puritaner hatten Karl I. 1649 enthauptet und eine Parlamentsherrschaft unter ihrer Kontrolle errichtet. Bald nach dem Tode Cromwells wurde ein neuer König, Karl II. eingeladen, der das wurde, was die britischen Monarchen seither sind – kostümierte, machtlose Kreaturen des Parlaments, die ihre Tage in Luxus und Laster verbringen müssen. Die Revolution wurde unter den Seidenkostümen Karls II. etabliert. Zum Beweis dieser Tatsache wurde Jakob II., der Nachfolger von Karl vertrieben, als er dies alles versuchte rückgängig zu machen. Das ganze wurde höchst dubious dann eine „glorreiche Revolution“ genannt.

Ratzingers Revolution war das „II. Vaticanum“. Er war einer seinr Architekten und Mentoren, war seine Amme. Seine Revolution ist nun in Schwierigkeiten geraten, da ihre Ergebnisse sichtbar werden: Abkehr der Jugend von jeder Religion, die „stille Apostasie“ Europens, das Erlöschen der Berufungen. Er versucht, seine Revolution mit den erprobten Methoden zu retten. Und wie die Geschichte stets beweist, fallen die meisten Konservativen darauf hinein.

== Kniebeuge vor den Juden ==
Das gesamte Debakel begann mit einer einzigen ökumenischen Geste im Jahre 1955: Die Hinzufügung der Kniebeuge zum Gebet für die Konversion der Juden.<ref>durch Pseudopapst Pius XII.</ref> Befürworter dieser Reform, wie z. B. die FSSPX, argumentieren, daß es sich hier nicht um eine Kniebeuge vor den Juden, sondern vor Gott handelt. Dies mag stimmen, und es mag auch keinen notwendigen Grund geben, die Kniebeuge wegzulassen, und es mag den Glauben nicht beeinträchtigen. Trotzdem war es das erste Mal, daß die katholische Liturgie auf Verlangen des Ökumenismus geändert wurde. Es war das erste Mal, daß es einer falschen Religion gelang, sich in das Heiligtum des katholischen Glaubens einzuschleichen. Ist es somit nicht doch, zumindest symbolisch, eine Kniebeuge vor den Juden?

Die Stärke der katholischen Kirche ist es, ihre Lehre, ihre Liturgie, ihre Disziplin nicht von vorübergehenden Erwägungen beeinflussen zu lassen, nicht von Politik, Religionen oder Kriegen. Die Kirche segelt durch menschliche Stürme, Moden der Kultur und der Gesellschaft, so als ob all dies nicht existieren würde. Zweck der Kirche ist es , Zeugnis von der Wahrheit zu geben, wie es ihr göttlicher Herr und Gründer sagte, der von denen gekreuzigt wurde, die nicht in der Wahrheit sind, so wie eben diese Juden im Hofe von Pilatus, die riefen „Kreuzige ihn“!

Es dient weder dem Zeugnis der Wahrheit noch der Liebe, die die Kirche den Juden widmet, ihre Zurückweisung Christi eine wahre Religion zu nennen, oder zu sagen bzw. zu implizieren, daß sie nicht zur Römisch-Katholischen Kirche konvertieren müssen. Diese Konversion nicht mehr zu wollen, dafür nicht mehr zu beten, dafür nicht mehr zu streiten, ist der schlimmste Dienst, der den Juden zugefügt werden kann, die größte Verweigerung von Liebe und letztlich eine glühende Blasphemie gegen die messianische Würde, Königlichkeit und Göttlichkeit unseres Herren Jesu Christi.

{{Fußnoten}}

Predigt am Heiligblut-Sonntag

Bischof Daniel Dolan im  Juli 2014, Kathedrale St. Gertrude die Große, Cincinatti, Ohio

Bischof Daniel Dolan

Bischof Daniel Dolan

Ich denke an Paradoxien an diesem Heiligblut-Sonntag. Unsere Leben und unsere Geschichte weisen mehr als genug davon auf, genau so wie unsere Katholische Kirche und unser eigenes Land.

Am Freitag feierten wir den Jahrestag der amerikanischen Revolution. Heute feiern wir ein kirchliches Fest, das die Verschwörungen, die Freimaurerei und die „Aufklärung“ bekämpfen sollte, welche die amerikanische Revolution geschaffen haben.

Die Verehrung des Heiligen Bluts wurde Anfang des 19. Jahrhunderts in Italien vom Seligen Gaspar del Bufalo, genannt „der Hammer der Freimaurer“, gefördert. Der Erste Sonntag im Juli wurde von Pius IX. als Dank für seine Rückkehr nach Rom als Fest bestimmt, nachdem die Freimaurerische Revolution von 1848 ihn von dort vertrieben hatte. Der Papst war ursprünglich ein wenig liberal, und hatte versucht, moderne und sogar revolutionäre Ideale anzuwenden. P. Cekada sagte, daß es eine teure Lernerfahrung war.

Die amerikanische Revolution war ursprünglich ausgesprochen anti-katholisch und bekämpfte die Errichtung des Katholizismus als Staatsreligion von Québec durch den französischen König. Viele der Unterzeichner der Unabhängigkeitserklärung lehnten die Kirche strikt ab. In den Kolonien war sie sogar verboten. Nur durch den Einfluß solch „nobler“ Freimaurer wie George Washington, in vieler Hinsicht tatsächlich ein edler Charakter, kam es, daß der Katholizismus von bloßer Toleranz zu wirklicher Freiheit gegangen ist, um in unserem Lande in einem Zeitalter zu gedeihen, als er in den meisten katholischen Ländern verfolgt wurde.

Der dafür bezahlte Preis war leider die bereitwillige Annahme von masonistischen und amerikanistischen Idealen: Freiheit, Demokratie, Gleichheit durch viele Katholiken. Das Thema ist kompliziert und eine sorgfältige katholische Untersuchung desselben lohnt jedenfalls. Wir wissen, daß die einzig wahre Freiheit ausschließlich mit Unserem Herrn Jesus Christus und Seiner Kirche erlangt wird.

P. Rutler sagt, daß George III. ein edler König und gemäßigt in seiner Regierung war. Unsere Steuern sind heute viel höher als diejenigen, gegen die sich die Kolonisten empört haben. Auch unsere Regierung ist Ausgangspunkt von Tyrannei, genau wie in der Zeit der Gründerväter. Tyrannei ist und bleibt die Endstation für diejenigen, die das süße Joch unser Herrn Jesus Christus ablehnen. Wir können etwas Erleichterung in den neuen Entscheidungen des Obersten Gerichts finden, die die Tyrannei Washingtons unter Obama ein wenig mildert, aber wir sollten nüchtern anerkennen, daß dort, wo Christus nicht herrscht, Teufelsregierung ist.

“Weit entfernt davon, an Demokratie, Gleichheit oder Trennung der Kirche und des Staates zu glauben, hat der Teufel im Sinn, eine Antitheokratie von betenden Sklaven zu schaffen, beginnend wie Christus auf Erden, aber in der Hölle endend. Das ist die Welt der Politik.”
Solange Hertz‘ Wörter, und besonders der Ausdruck „Sklaven anbetet”, klingt unheimlich wahr. Das ist das moderne Leben.

Um so wichtiger ist es, daß wir Christus als König und Maria als unsere Königin öffentlich verkündige. Das ist kein Paradox und die höchste Sicherheit. Beten wir den Rosenkranz in dieser Woche für wahren Frieden und echte Freiheit.

Und beten wir um die Bekehrung der heutigen großen und größtenteils gottlosen Reiche, Amerika, Rußland und China. Nur Christus ist König und die Freiheit, Christi hat uns frei gemacht hat. (St. Paul)

Die drei Irrtümer der Pius-Bruderschaft

Die Pius-Bruderschaft ist eine häretische und schismatische Gruppierung. Als solche stellt sie eine mindestens ebenso große Gefahr für den katholischen Glauben dar wie die Konzilssekte. Die Gefahr ist insoferne sogar noch größer, als es gerade die Treuesten im Glauben sind, die mittels der Irrlehren der Priesterbruderschaft ins Abseits geführt werden sollen. Was sind nun die schlimmsten Irrtümer der FSSPX?

Erster Irrtum: Kirche kann schlechtes vorschreiben

Die Piusbruderschaft verbreitet intransigent den Irrtum,  die hl. Katholische Kirche könne ihren Gläubigen Schlechtes gebieten. Diese Ansicht ist auf dem Konzil von Trient (1545-1563) ausdrücklich verurteilt worden. Dort heißt es:

„Jeder, der sage, daß Zeremonien, Kleidung und die äußeren Zeichen, welche die Kirche für die Zelebration der Messe vorschreibt, der Frömmigkeit schaden statt dienen, sei ausgeschlossen.“

Im Gegensatz zu dieser Aussage erklärt die Piusbruderschaft ausdrücklich, daß die Neue Messe und die modernisierten Liturgien schlecht seien und den katholischen Glauben zerstören. Gleichzeitig anerkennt die Piusbruderschaft die Päpste seit dem Konzil als echte Nachfolger Petri. Damit lehrt sie auch implizit, daß die Kirche etwas Schlechtes verordnete.

Zweiter Irrtum: Papst mit Bischöfen fehlbar

Die Piusbruderschaft lehrt, daß der Papst in Verbindung mit den Bischöfen fehlen kann. Infolgedessen liege es am einzelnen Gläubigen zu entscheiden, welche Lehre wahr und welche falsch sei. Mit dieser Ansicht widerspricht die Piusbruderschaft der feierlichen Verkündigung über die Unfehlbarkeit der Kirche des Ersten Vatikanischen Konzils (1869-1870). Dort wurde definiert, daß eine vom Papst in Gemeinschaft mit den Bischöfen verkündete Lehre durch die Verheißungen Christi vor Irrtum bewahrt bleibt.

Die Piusbruderschaft behauptet einen Widerspruch zwischen dem „Zweiten Vatikanischen Konzil“ und der traditionellen Kirchenlehre. Das führe jedoch zu dem unausweichlichen Schluß, daß das Zweite Vatikanum nicht von wahren Bischöfen und von einem wahren Papst stamme.

Dritter Irrtum: Man darf dem Papst widerstehen

Die FSSPX vertritt die Auffassung, daß man sich dem Papst widersetzen darf. Das kann jedoch ein echter Katholik niemals tun, da ein wahrer Nachfolger Petri die universelle Jurisdiktionsgewalt besitzt. Schon Papst Bonifaz VIII. hat im Jahr 1302 in seiner berühmten Bulle Unam Sanctam erklärt, daß es für das Seelenheil notwendig sei, sich dem Papst unterzuordnen.

Das Zeichen für einen römischen Katholiken ist es, sich dem römischen Pontifex zu unterwerfen. Die Piusbruderschaft habe die Lehre von der Unterordnung unter den Papst unterwandert. Sie verbreite diesen Irrtum nun seit 40 Jahren auf der ganzen Welt. Der einzelne Katholik fälle plötzlich ein persönliches Urteil über die Lehren und Gesetze des Papstes. Damit hat die Piusbruderschaft den Glauben unzähliger Laien sowie von zwei oder drei Generationen von Priestern verdorben, sowie unzählige Seelen um ihr Heil gebracht.