Archiv für den Tag: 28. September 2014

Predigt am Heiligblut-Sonntag

Bischof Daniel Dolan im  Juli 2014, Kathedrale St. Gertrude die Große, Cincinatti, Ohio

Bischof Daniel Dolan

Bischof Daniel Dolan

Ich denke an Paradoxien an diesem Heiligblut-Sonntag. Unsere Leben und unsere Geschichte weisen mehr als genug davon auf, genau so wie unsere Katholische Kirche und unser eigenes Land.

Am Freitag feierten wir den Jahrestag der amerikanischen Revolution. Heute feiern wir ein kirchliches Fest, das die Verschwörungen, die Freimaurerei und die „Aufklärung“ bekämpfen sollte, welche die amerikanische Revolution geschaffen haben.

Die Verehrung des Heiligen Bluts wurde Anfang des 19. Jahrhunderts in Italien vom Seligen Gaspar del Bufalo, genannt „der Hammer der Freimaurer“, gefördert. Der Erste Sonntag im Juli wurde von Pius IX. als Dank für seine Rückkehr nach Rom als Fest bestimmt, nachdem die Freimaurerische Revolution von 1848 ihn von dort vertrieben hatte. Der Papst war ursprünglich ein wenig liberal, und hatte versucht, moderne und sogar revolutionäre Ideale anzuwenden. P. Cekada sagte, daß es eine teure Lernerfahrung war.

Die amerikanische Revolution war ursprünglich ausgesprochen anti-katholisch und bekämpfte die Errichtung des Katholizismus als Staatsreligion von Québec durch den französischen König. Viele der Unterzeichner der Unabhängigkeitserklärung lehnten die Kirche strikt ab. In den Kolonien war sie sogar verboten. Nur durch den Einfluß solch „nobler“ Freimaurer wie George Washington, in vieler Hinsicht tatsächlich ein edler Charakter, kam es, daß der Katholizismus von bloßer Toleranz zu wirklicher Freiheit gegangen ist, um in unserem Lande in einem Zeitalter zu gedeihen, als er in den meisten katholischen Ländern verfolgt wurde.

Der dafür bezahlte Preis war leider die bereitwillige Annahme von masonistischen und amerikanistischen Idealen: Freiheit, Demokratie, Gleichheit durch viele Katholiken. Das Thema ist kompliziert und eine sorgfältige katholische Untersuchung desselben lohnt jedenfalls. Wir wissen, daß die einzig wahre Freiheit ausschließlich mit Unserem Herrn Jesus Christus und Seiner Kirche erlangt wird.

P. Rutler sagt, daß George III. ein edler König und gemäßigt in seiner Regierung war. Unsere Steuern sind heute viel höher als diejenigen, gegen die sich die Kolonisten empört haben. Auch unsere Regierung ist Ausgangspunkt von Tyrannei, genau wie in der Zeit der Gründerväter. Tyrannei ist und bleibt die Endstation für diejenigen, die das süße Joch unser Herrn Jesus Christus ablehnen. Wir können etwas Erleichterung in den neuen Entscheidungen des Obersten Gerichts finden, die die Tyrannei Washingtons unter Obama ein wenig mildert, aber wir sollten nüchtern anerkennen, daß dort, wo Christus nicht herrscht, Teufelsregierung ist.

“Weit entfernt davon, an Demokratie, Gleichheit oder Trennung der Kirche und des Staates zu glauben, hat der Teufel im Sinn, eine Antitheokratie von betenden Sklaven zu schaffen, beginnend wie Christus auf Erden, aber in der Hölle endend. Das ist die Welt der Politik.”
Solange Hertz‘ Wörter, und besonders der Ausdruck „Sklaven anbetet”, klingt unheimlich wahr. Das ist das moderne Leben.

Um so wichtiger ist es, daß wir Christus als König und Maria als unsere Königin öffentlich verkündige. Das ist kein Paradox und die höchste Sicherheit. Beten wir den Rosenkranz in dieser Woche für wahren Frieden und echte Freiheit.

Und beten wir um die Bekehrung der heutigen großen und größtenteils gottlosen Reiche, Amerika, Rußland und China. Nur Christus ist König und die Freiheit, Christi hat uns frei gemacht hat. (St. Paul)