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Vor den Juden knien?

Vor den Juden knien?

Benedikt XVI. ersetzt das Karfreitagsgebet für die Juden im Meßbuch von 1962

Von Most Rev. Donald J. Sanborn, MHT Seminary Newsletter, März  2008

 

 

Einleitung

Im Juli 2007 autorisierte Josef Ratzinger den weitverbreiteten Gebrauch der bereits veränderten Messe aus dem Meßbuch Johannes XXIII. Die lauteste negative Reaktion zu dieser Initiative kam von den Juden, die sich an dem Gebet für ihre Bekehrung in der Karfreitags-Liturgie stören. Am Aschermittwoch 2008 reagierte Ratzinger auf die aggressive jüdische Kampagne und ersetzte das Gebet vollständig durch einen neuen Text.

Dies war bereits die vierte Änderung in Zusammenhang mit dem Karfreitagsgebet zugunsten der Juden. Die traditionelle Form war ungeheuer alt und gehörte zu den ältesten Gebeten des Meßbuchs. Sie lautet, ins Deutsche übersetzt, folgendermaßen:

Laßt uns für die glaubenslosen Juden beten: Der allmächtige Gott nehme die Decke von ihren Herzen, daß sie Jesum Christum, unseren Herrn erkennen können.

Laßt uns beten!

Allmächtiger, ewiger Gott, der nicht einmal die jüdischen Ungläubigen von Deinem Erbarmen ausschließt, erhöre unsere Gebete, die wir für die Blindheit dieses Volkes darbringen, daß sie das Licht Deiner Wahrheit erkennen, nämlich Jesum, und aus ihrer Dunkelheit erlöst werden.

Durch den selbigen, unsern Herrn Jesum Christum, der mit Dir in der Einheit des Heiligen Geistes lebt und herrscht, Gott in Ewigkeit, Amen!

 

Die Anspielung auf den Schleier auf ihren Herzen stammt direkt vom hl. Paulus:

Wir treten nicht wie Mose auf, der über sein Antlitz eine Decke legte, damit die Israeliten das Verblassen des Glanzes nicht sehen. Doch ihre Sinne wurden verstockt. Denn bis zum heutigen Tage liegt die gleiche Decke auf dem Alten Bund, wenn sie es lesen, und es bleibt verhüllt, bis es in Christo ein Ende finden wird. Bis auf den heutigen Tag hängt die Decke vor ihrem Herzen, wenn Mose gelesen wird. Sobald sich aber einer bekehrt zum Herrn, wird die Decke abgetan.

Im traditionellen Ritus absolvieren Priester und Gemeinde keine Kniebeuge, wenn der Priester ‚Oremus!‘ sagt. Grund dafür ist, daß die Kirche es nicht für angemessen hielt, daß an dieser Stelle die gleiche Geste geübt wird, die die spottenden (jüdischen) Soldaten ausübten, um Jesus zu verspotteten.

Dasselbe Prinzip wurde bei der Liturgie des Karsamstag angewendet, wo es keine Kniebeuge nach der 12. Übung gibt, wo von den jungen Menschen die Rede ist, die die Anbetung der Nebukadnezer-Statue verweigerten.

Änderungen im Gebet

Kniebeuge wird eingeführt (1955)

1955 fand bekanntlich eine umfassende Revision der Karwoche statt, geplant und durchgeführt vom Autor der „Neuen Messe“, Annibale Bugnini. Unter anderem wurde die bisher fehlende Kniebeuge beim Gebet für die Juden eingefügt. Dies war wohl das erste Mal in der gesamten Geschichte der Kirche, daß ein Ritus aus einer verfehlten Rücksicht auf Nichtkatholiken geändert wurde.

‚perfidis‘ wird entfernt (1959)

Im Jahre 1959 wurde das Wort “perfidis“ durch Johannes XXIII. aus dem Gebet entfernt. Es sei nochmals darauf hingewiesen, daß das lateinische Wort “perfidis“ nicht dasselbe meint, wie „perfid“ im Deutschen.

Bereits Pius XII. stand unter dem Einfluß von Eugenio Maria Zolli, zuvor als „Israel Zolli“ Oberster Rabbiner von Rom, bevor er 1945 zum Katholizismus konvertierte. Zolli verlangte, daß „perfidis“ entfernt wird:

Der ehemalige Chef-Rabbiner und Pius XII. unterhielten sich eine Zeit lang miteinander. Zolli sagte später zu Dezza, dem Priester und späteren Kardinal, der Zolli getauft hatte, daß er Pius aufgefordert habe, auf das “perfidis“ zu verzichten. Pius weigerte sich aber und erklärte Zolli die Bedeutung des Wortes, das meist mit „willentlich  glaubenslos“, „tückisch“, „falsch“ übersetzt wird, binnen des katholischen Gebets jedoch lediglich „ungläubig“ meint.

Hier nun das Gebet Johannes‘ XXIII, das im Meßbuch von 1962 enthalten ist:

Laßt uns auch für die Juden beten, daß der allmächtige Gott den Schleier von Ihren Herzen nehmen möge, daß sie Jesus Christus unseren Herren erkennen mögen.

Laßt uns beten! Laßt uns niederknieen! Erhebt Euch!

Allmächtiger, ewiger Gott, der die Juden nicht von seinem Erbarmen ausschließt, erhöre unsere Gebete, die wir für die Blindheit des Judenvolkes aufopfern, daß sie das Licht Deiner Wahrheit, Jesus Christus, erkennend, sie aus der Dunkelheit erlöst werden mögen.

Durch denselbigen unseren Herren Jesus Christus, der mit Dir in der Einheit des Heiligen Geistes lebt und herrscht, Gott ohne Ende. Amen.

‚conversion‘ wird entfernt (1970)

1970 entfernte Paul VI. das traditionelle Gebet vollständig und ersetzte es durch ein neues, welches im Meßbuch des Novus Ordo auftaucht:

Laßt uns für das jüdische Volk beten, das als erstes das Wort Gottes vernahm. Mögen sie fortschreiten in der Liebe zu seinem Namen und im Glauben an seinen Bund.

Stilles Gebet. Dann sagt der Priester:

 Allmächtiger, ewiger Gott, vor langer Zeit gabst du das Versprechen an Abraham und seine Nachkommen. Höre auf Deine Kirche, wenn wir bitten, daß das Volk, das Du zuerst das Deine nanntest, die Fülle der Erlösung erlangt. Wir bitten dich durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen.

Es muß sehr deutlich betont werden, daß das Meßbuch von 1970 jeden Hinweis auf die Bekehrung der Juden ausgemerzt hat. Das Gebet sagt eindeutig aus, daß die Juden „die Fülle der Erlösung“ lediglich durch das Verharren im „Wachsen in der Liebe des (JAHWE)-Namens und im Vertrauen auf seinen Bund“ erlangen können.

Trotz der Tatsche, daß sie Christum verleugnen, werden sie also beschrieben als „den Namen Gottes liebend“ und „treu seinem Bund“. Das Gebet Pauls VI. widerspricht offen dem hl. Evangelium und den Briefen St. Pauli. Es ist nackte Blasphemie.

Eine bizarre Schöpfung (2008)

Am 7. Juli 2007 veröffentlichte Ratzinger ein „Motu proprio”, betitelt „Summorum pontificum”, welches den Gebrauch des Meßbuchs von 1962 erleichtert, in dem zwar nicht gänzlich, jedoch weitgehend die Alte Liturgie enthalten ist. Die Heilige Woche z. B. ist nicht traditionell, sondern das Produkt des Modernisten und Freimaurers [[Bugnini, Annibale|Bugnini]].<ref>Sie ist allein das Produkt des Gegenpapstes „Pius XII.“. Es ist bedauerlich, daß Bf. Sanborn das nicht zu sagen wagt. [MM]</ref> Kurz nach dieser dramatischen und lang erwarteten Erlaubnis des 1962er Meßbuchs qualifizierte die Anti-Defamation-Liga diese Erlaubnis als „Tiefschlag für die Jüdisch-Katholischen Beziehungen“. Die ADL ist die Gruppe jüdischer Wachhunde, die weltweit jedem Zeichen von angeblichem „Antisemitismus“ hinnterher schnüffelt.

Verängstigt durch derlei Anschuldigungen änderte Ratzinger das Gebet des 1962er Meßbuchs folgendermaßen:

Laßt uns für die Juden beten: Daß unser Herr und Gott ihre Herzen „erleuchten“ möge, damit sie erkennen, daß Jesus Christus der Heiland aller Menschen ist.

Laßt uns beten, Laßt uns niederknien, Erhebt euch!

Allmächtiger, ewiger Gott, du willst, daß alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, bitte gewähre gnädig, daß so wie die Fülle der Völker in die Kirche kommt, ganz Israel gerettet werden möge. Durch Christum unsern Herren. Amen.

Bevor wir das kommentieren, soll zunächst gesagt werden, daß dies wohl das bizarrste Gebet ist, das je in der Kirche formuliert worden ist. Das Gebet soll wohl Bezug nehmen auf Römer 11, 25-26:

„Ich will euch nicht verhehlen, liebe Brüder, dieses Geheimnis (auf daß ihr nicht stolz seid): Blindheit ist Israel zum Teil widerfahren, so lange, bis die Fülle der Heiden eingegangen sei und also das ganze Israel selig werde, wie geschrieben steht: „Es wird kommen aus Zion, der da erlöse und abwende das gottlose Wesen von Jakob.“

St. Paul über die Juden

Rettet der hl. Paulus das Gebet Ratzingers? Nein. Denn es erwähnt nicht die Notwenigkeit, daß die Juden ihren Unglauben (perfidia) aufgeben, ihre Dunkelheit, ihre Blindheit und den Schleier über ihren Augen. St. Paul erwähnt all‘ diese Dinge. Im Galaterbrief sagt er, daß die Juden die Gnade verloren haben: „Ihr habt Christum verloren, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, und seid von der Gnade gefallen.“

Der Römerbrief stellt fest, daß die Juden sich in ihrer Zurückweisung Christi gestoßen haben:

„Warum das? Darum daß sie es nicht aus dem Glauben, sondern aus den Werken des Gesetzes suchen. Denn sie haben sich gestoßen am Stein des Anstoßes, wie geschrieben steht: ‚Siehe da, ich lege in Zion einen Stein des Anstoßes und einen Fels des Ärgernisses; und wer an ihn glaubt, der soll nicht zu Schanden werden.'“

Römer 11 sagt Paul, daß die Juden blind sind und den „Geist des Schlafs“ haben:

„Wie denn nun? Was Israel sucht, das erlangte es nicht; die Auserwählten aber erlangten es. Die andern sind verstockt, wie geschrieben steht: „Gott hat ihnen gegeben eine Geist des Schlafs, Augen, daß sie nicht sehen, und Ohren, daß sie nicht hören, bis auf den heutigen Tag.“

Ebenfalls Römer 11 sagt Paul, daß die Erfüllung seines Bundes in der Wegnahme ihrer Gottlosigkeit, also ihrer Sünde besteht, daß sie Feinde des Evangeliums sind, und daß sie des Unglaubens schuldig sind:

„Und dies ist mein Testament mit ihnen, wenn ich ihre Sünden werde wegnehmen. Nach dem Evangelium sind sie zwar Feinde um euretwillen; aber nach der Wahl sind sie Geliebte um der Väter willen. Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen. Denn gleicherweise wie auch ihr weiland nicht habt geglaubt an Gott, nun aber Barmherzigkeit überkommen habt durch ihren Unglauben, können ihn nicht gereuen. also haben auch jene jetzt nicht wollen glauben an die Barmherzigkeit, die euch widerfahren ist, auf daß sie auch Barmherzigkeit überkommen. Denn Gott hat alle beschlossen unter den Unglauben, auf daß er sich aller erbarme.“

Im 2. Korintherbrief sagt Paul, daß ein Schleier auf ihren Herzen ist, und daß das Alte Testament ungültig geworden ist:

„Und tun nicht wie Moses, der die Decke vor sein Angesicht hing, das die Kinder Israel nicht ansehen konnten das Ende des, das aufhört, sondern ihre Sinne sind verstockt. Denn bis auf den heutigen Tag bleibet dieselbige Decke unaufgedeckt über dem Alten Testament, wenn sie es lesen, welche in Christo  aufhöret; aber bis auf den heutigen Tag, wenn Moses gelesen wird, hänget die Decke vor ihrem Herzen.“

Angesichts der Überlegungen, die zu den Änderungen im Karfreitagsgebet führten, muß man diese Aussagen der paulinischen Briefe ins Auge fassen. Es stimmt zwar, daß das Karfreitagsgebet auf den hl. Paulus zurückgeht. Ratzinger sagt das auch, doch widerspricht er jeder Aussage des hl. Paulus. Wer sich von Ratzinger angeregt fühlt, bei St. Paul nachzuschlagen, findet dort Sätze, die die ADL verdammen würde. Man bedenke, daß Paul selbst ein Jude und Pharisäer war!

Leben die Juden am Ende der Zeiten?

Das von Ratzingers Gebet gezeichnete Bild ist das Bild der Heidenvölker, die sich in der einen Kirche sammeln und parallel dazu die Erlösung Israels. Die Kirche ist lediglich für die Heiden notwendig, die Juden haben ihren eigenen Bund mit Gott, der ihnen das Heil vermittelt. Die Gottlosigkeit der Juden wird im Gebet nicht erwähnt, obwohl St. Paul sie in demselben Vers beschreibt, aus dem Ratzinger für sein „Gebet“ zitiert. Gern wüßte man, wie das Gebet gelautet hätte, wenn Paulus es selbst formuliert hätte. Der Abschnitt aus dem Römerbrief, aus dem Ratzinger zitiert, nennt die Rückkehr der Juden (jedoch nicht alle insgesamt) zur Katholischen Kirche am Ende der Zeit. Es bezieht sich auf einen bestimmten Punkt in der Geschichte, wenn Juden, die dann leben werden, in Massen zum Katholizismus konvertieren werden.

Viele Exegeten vermuten, daß diese Rückkehr der Juden zur Kirche in zeitlichem Zusammenhang mit der prophezeiten großen Apostasie in der Kirche stehen wird. Dies scheint mit der Ansicht von St. Paul übereinzustimmen, die er im 11. Kapitel des Römerbriefs und im 2. Thessalonicher-Brief zum Ausdruck bringt. Es könnte passend erscheinen, daß die Juden den Glauben wiederfinden, wenn die Heidenvölker ihn verlieren, so wie die Heiden zum Glauben kamen, als die Juden ihn verloren. Jedenfalls erwartet St. Paul aber keinen allgemeinen Zustrom am Ende der Zeiten. Eher ist das Gegenteil der Fall, was auch dem Heilandswort entspricht.

Die Ansicht, daß die Kirche auf eine sehr kleine Zahl reduziert werden wird, wird von vielen Kommentatoren unterstützt. St. Pauls Erwähnung des ‚Eintritts der Heiden in die Kirche‘ bezieht sich auf die Tatsache, daß das Evangelium allen Völkern gepredigt werden wird und daß zumindest Einige aus allen Völkern Glied der Kirche werden. Die Bekehrung der Juden ist beschränkt auf einige Juden zu bestimmter Zeit in der Zukunft. Es handelt sich nicht um ein generelles Gebet für die Bekehrung aller ungläubiger Juden, die heute leben.

Der Pseudo-Kardinal Kasper, Ultra-Modernist im Vatikan und zuständig für die Beziehung zu den Juden, bekräftigte diese Tatsache:

„Hier geht es um eine Anrufung, die im Kontext des Bibeltextes verstanden werden muß: Es handelt sich um einen Text des hl. Paulus, der eine eschatologische Hoffnung ausdrückt; sie bezieht sich auf die Endzeit, das Ende der Geschichte, daß das Volk Israels zur Kirche kommt, wie auch die anderen Völker. Es geht also um eine Hoffnung und nicht um den Wunsch, die Juden zu bekehren.“

Tatsächlich ist dies kein Gebet für die Konversion der Juden, denn es spricht nicht vom Unglauben der Juden und von ihrem Eintritt in die Kirche. Man vergesse nicht, daß die Novus Ordo Theologie einen eigenen Bund der Juden mit Gott kennt, der trotz der jüdischen Zurückweisung Christi voll gültig ist, einen Bund, der ihnen das Heil bringt. Ein Gebet für die Bekehrung der hier und jetzt lebenden Juden ist der Novus Ordo-Theologie fremd.

Trotz dieser Tatsache nennt sich Ratzinger Gebet nach wie vor „Für die Bekehrung der Juden, so wie im Meßbuch 1962. Überflüssigerweise erbittet es auch die „Erleuchtung“ der Herzen der Juden, so als wäre ihr Herz bislang verdunkelt. Ein Angriff auf die jüdische Religion? Ratzinger wollte beide Seiten befriedigen, Traditionalisten und Juden, leider beiderseits erfolglos. Er warf den Traditionalisten einen Knochen vor, indem er den Titel des Gebets beibehielt, der die Juden ärgerte, und er warf den Juden einen Knochen vor, indem er die Erwähnung des Schleiers vor ihren Herzens entfernte, die direkt vom Heiligen Paulus stammte.

Dies alles war natürlich nicht genug für die Juden, denn sie halten jede Aufforderung zur Bekehrung für einen Angriff auf ihre Religion. Und dem ist auch so. Doch ist ihre Religion die falsche, und es gehört zu den Aufgaben der Katholische Kirche die Falschheit aufzudecken, so wie es ihre Aufgabe ist, die Wahrheit tu verkündigen. Sagte unser Herr Jesus Christus doch: „Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, daß ich für die Wahrheit zeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme.“

Denn Falschheit in jeder Form kommt vom Teufel, sie kommt aus Ignoranz und Stolz, diese Ausflüsse der Ursünde. Welchen Sinn könnte die katholische Kirche haben, wenn sie nicht mehr vor aller Welt klar zwischen wahrer und falscher Religion unterscheidet? Welchen Sinn hätte die katholische Kirche, wenn sie nicht mehr den Befehl unseres Herrn Jesus Christus erfüllt, das Evangelium aller Welt, auch den Juden, zu verkündigen, um sie zu bekehren?

Unser Herr sagte zu den Aposteln:

„Gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.
Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden. (Markus 16, 16)

zzz Dies ist der unmißverständliche Befehl Gottes, die Welt zum Katholizismus zu bekehren. Wer bräuchte eine Kirche, die den Befehlen ihres göttlichen Gründers ungehorsam ist? Doch die Juden bestehen darauf, daß die Kirche den Anordnungen ihres Göttlichen Gründers ungehorsam wird. Sie werden nicht zufrieden sein, bevor nicht das Wort „bekehrt“ verschwunden ist und bevor nicht ein Gebet an die Stelle tritt, daß ihren unabhängigen und vollgültigen Bund mit Gott proklamiert, der sie befähigt, Christus und seine Kirche zu ignorieren.

Ratzinger tat mit seiner Änderung des Karfreitagsgebets das, was Pontius Pilatus am Karfreitag getan hatte: Um die Menge der Juden zu besänftigen, die nach dem Tod Jesu Christi schrie, ließ er Jesus auspeitschen und mit Dornen krönen. Er hoffte, daß dieser Kompromiß den vollen Effekt der Befriedigung der blutdurstigen Menge erzielen würde. Doch alles, was er mit diesen feigen und heimtückischen Akt erreichte, war das noch lautere Gebrüll „Kreuzige ihn, Kreuzige ihn!“. Und er bekam einen ständigen Platz der Schande im Großen Glaubensbekenntnis. Die Vereinigung der italienischen Rabbiner suspendierte ihren Dialog mit Ratzinger an genau dem Tag, als er das neue Gebet veröffentlichte, und sie sagten, daß die Grundlagen des Dialogs verlassen worden wären.

Auch andere jüdische Gruppen meldeten Protest an. USA Today berichtet: „Wir sind enttäuscht! Wir haben eine Sprache erwartet, die für die Integrität des jüdischen Glaubens in seinem eigenem Recht offen ist. Offensichtlich ist Benedikt nicht in der Lage, dem so entgegenzukommen, wie seine Vorgänger“, sagte Rabbi David Rosen, der Direktor für interreligiöse Angelegenheiten des AJC, auch zuständig für den aktuellen Dialog mit dem Vatikan.

„Je mehr konstruktive, positive Aussagen wir von der Kirche bekommen bezüglich des Werts des Judentums und den Respekt für das Judentum, desto besser können wir eine exklusive Sprache bekämpfen“, sagte Rosen. Abraham Foxman, amerikanischer Direktor der ADL sagte, er wäre „tief betrübt“, daß die Aktion „Jesus für Juden“ immer noch nicht aufgelöst wäre.

Die FSSPX war auch tief betrübt. P. Scott sagte: „Das Gebet führt zu Ökumenismus und ist für traditionelle Katholiken inakzeptabel. Wir werden es nicht benutzen.“ Traditionelle Katholiken werden es nicht akzeptieren, daß am Meßbuch herumgepfuscht wird, und daß Benedikt XVI mit seinem Plan erfolgreich sein wird, die „außergewöhnliche“ Form des Römischen Ritus zu ändern. So wie die Priester der Tradition die Worte “glaubenslos“ und “Unglauben“ beibehalten, die Johannes XXIII. auszumerzen versuchte, so werden sie auch das Gebet für die Konversion der Juden beibehalten.

Wenn P. Scott als Führungsperson der FSSPX spricht, dann muß man konstatieren, daß die FSSPX dreißig Jahre in Verhandlungen mit den Modernisten verschwendet hat. Andere Mitglieder der FSSPX sprachen sich für das Gebet aus, so die Gespaltenheit der Bruderschaft aufzeigend. Doch dies war noch stets so der Fall. Bischof Fellay schwieg sich bisher zum Thema aus. Er steckt in der Zwickmühle. Lehnt er das Gebet ab, wird er des Ungehorsams bezichtigt, und die Verhandlungen mit dem Hl. Stuhl werden abgebrochen.

Akzeptiert er es, verdirbt er es sich mit dem konservativen Teil der Bruderschaft und öffnet das Tor für weitere Veränderungen des Meßbuchs. Wir<ref>d.i. die 1983 aus der FSSPX ausgeschiedenen amerikanischen Sedisvakantisten. MM</ref> erinnern daran, daß der Konflikt ums Meßbuch zu unserem Ausscheiden im Jahre 1983 geführt hat. Damals hatte Ebf. Lefebvre das Meßbuch Johannes XXIII. befohlen, nachdem zuvor die Rubriken von vor 1955 erlaubt gewesen waren. Er hatte ernsthafte Verhandlungen mit Ratzinger aufgenommen, mit dem Ziel, die FSSPX zurück in die Modernismus-Religion zu führen. Er hat es mir selbst gesagt, daß der Vatikan niemals die Rubriken von 1955 akzeptieren wird, und er zeigt mir die Protokolle der Verhandlungen mit Ratzinger, die besagten, daß sich die Bruderschaft an das Meßbuch von 1962 zu halten hat.

In dreißig Jahren Tanz mit den Modernisten wurde die Musik gestoppt. Das Meßbuch von 1962 ist obsolet, das Meßbuch von 2008 hat es ersetzt. Das 1962er Meßbuch währte nur zwei Jahre, denn es wurde bereits 1964 wiederum reformiert, dann gab es ein fünfmonatiges Dasein 2007 und 2008, nur um durch das neue „jüdische“ Meßbuch ersetzt zu werden. Wohin will die FSSPX nun gehen?

Ratzinger kann nicht zum Gebet von 1962 zurück. Wenn die FSSPX das Gebet nicht akzeptiert, dann werden sie exakt dort bleiben, wo sie seit langem sind, in einem Niemandsland theologischer Absurdität, in dem sie „mit dem Papst“ ist, er jedoch nicht mit ihnen. Und das ist es doch, was sie wollen. Das Gebet gibt ihnen die perfekte Entschuldigung dafür, nicht mit Ratzinger zusammenzugehen.

== Der Widerstand von 1983 ==
Als die neuen Priester 1983 gegen Lefebvre Widerstand leisteten, weil die Rubriken von Pius X. in Meßbuch, Kalender und Brevier angetastet wurden, haben nur wenige Laien verstanden, wie wichtig das ist. Die meisten können das 1962er Meßbuch nicht von dem von vor 1955 unterscheiden, welches wir benutzen. Doch gibt es signifikante Unterschiede. Die Liturgie spricht Bände durch Gesten und Symbole. Was klein scheint, kann großes Gewicht besitzen. Es ist z. B. Todsünde, absichtlich das Wasser im Kelch im Offertorium wegzulassen, oder die Messe ohne die beiden brennenden Kerzen zu lesen. Ein Laie mag dies für trivial halten, doch jeder Priester versteht die liturgische Wichtigkeit. Beginnt man Einzelheiten der heiligen Handlung wegzulassen, oder ein wichtiges Wort, sind die Pforten der Zerstörung geöffnet. Durch das Hinzufügen der Kniebeuge bei dem Karfreitagsgebet sind die Pforten geöffnet für jede weitere Änderung, die irgend jemand verlangt, weil er sich beleidigt fühlt.

Zum Beispiel könnte man das Johannesevangelium fortlassen, weil die Juden es als antisemitisch einstufen. Oder sollte man es entsprechend den Wünschen der ADL verändern? Unser schmerzlicher Widerstand von 1983 war notwendig, um die masonistischen Änderungen von Bugnini<ref>d.h. von „Pius XII.“</ref> aus der heiligen Liturgie herauszuhalten, die logisch zum Novus Ordo von 1969 führten. Die FSSPX steckt auch deshalb in einem unlösbaren Dilemma, weil sie die Bugnini-„Reformen“ von 1962 und zuvor akzeptiert hat. Sie können nicht mehr Nein zu den gealterten Modernisten heute sagen, wenn diese Konzessionen an die Juden verlangen, da sie bereits die Konzessionen an die Juden von 1962 akzeptiert haben.

Wo wird das aufhören? Diese Frage stellt sich bei Ratzingers Gebet. Wo wird das aufhören? Wenn die Gebete der katholischen Messe auf die Forderung einer falschen Religion geändert werden, wenn diese sie anstößig findet, was wird dann von der Katholischen Messe übrig bleiben? Was ist mit der Forderung im Kollektengebet von St. Pius V. „Zerstöre die Feinde Deiner Kirche“, die sich auf Muslime und Protestanten bezieht? Oder das Gebet in der Messe für die Verbreitung des Glaubens, in dem gefordert wird, daß alle Völker Jesum Christum als Sohn Gottes erkennen? Ist all‘ das nicht anstößig für die Juden? Wenn die Beschwichtigungspolitik Ratzingers gegenüber  Juden und Nichtkatholiken zu Ende gedacht wird, dann würde die katholische Liturgie zu einem von wilden Tieren zerfleischten Kadaver. Derartiges wurde bereits versucht!

Denn dieser Punkt war bereits 1928 erreicht. Eine große Gruppe von Klerikern, die vorgeblichen „Amici Israel“, forderte damals die Entfernung des Wortes „perfidis“ aus dem Karfreitagsgebet. Zu der Gruppe gehörten nicht weniger als 2.000 Priester, 328 Bischöfe und 19 Kardinäle, unter ihnen der berühmte Kardinal von München, Michael Faulhaber. Die Gruppe war 1926 in Rom gegründet worden und ihr Ziel war nichts weniger als die Förderung einer christlich-jüdischen Versöhnung. Man denke daran, daß die 1920er Jahre eine Zeit fieberhafter ökumenischer Aktivitäten war. Diese wurden von Papst Pius XI. 1928 in seiner Enzyklika „[[Mortalium animos]]“ grundlegend verurteilt.

Die Forderung der „Amici Israel“ wurde von Pius XI. der Ritenkongregation übergeben. Referent war der Benediktiner Ildefons Schuster, der spätere Erzbischof von Mailand. Dieser unterstützte den Antrag mit dem Argument, die Bitte wäre in modernen Ohren mißverständlich. Tatsächlich hat „perfid“ in fast allen modernen Sprachen die Bedeutung von „verworfen“ oder „gemein“. Am Karfreitag ist lediglich die jüdische Treulosigkeit gemeint. Man kann sie nicht „Häretiker“ nennen, denn sie sind nicht getauft, auch kann man sie nicht mit den Heiden vergleichen.

Der Begriff „perfide“ trifft also genau die Sache, daß sie ihrem eigenen Bund mit Gott untreu geworden sind und den Messias nicht anerkennen. Die Juden stehen mit Gott in einem Bundesverhältnis. Diesem sind sie untreu, „perfid“, geworden.

Man lese nach in Levitikus 26 um Gottes Zorn zu verstehen, als die Jduden ihren Bund gebrochen hatten.<ref>V. 14 – 45</ref> Es ist die Lehre der Katholischen Kirche, daß Gesetz und Bund in Christus erfüllt sind und in seiner Kirche, der Römisch-Katholischen Kirche. Das Verbleiben im Judaismus ist die Zurückweisung Christi als wahrem Mesias und besteht in Untreue gegen Gott als Bundespartner im dem feierlichen und heiligen Bund, der durch das mosaische Gesetz ratifiziert wurde.

== Zurückweisung durch Pius XI ==
Die Ritenkongregation unterstütze also den Vorschlag, das Wort „perfidis“ zu ersetzen. Die Angelegenheit wurde nun dem Heiligen Offizium übergeben. Der päpstliche Hoftheologe, Marco Sales, wandte ein, daß der Ritus zu alt sei, um verändert zu werden. Zudem, so meinte er scharfsinnig und zu Recht, seien derartige Veränderungen ein Faß ohne Boden, habe man eine vorgenomen, kämen andere, die weitere Veränderungen wünschten. Kardinal Merry del Val, Sekretär des Heiligen Offiziums, den Pius X. als lebenden Heiligen bezeichnete, reagierte auf den Vorschlag sehr negativ und ablehnend. Er sagte offen, daß die „Amici Israel“ nicht mehr die Bekehrung der Juden wünschte. Diese Position sei inakzeptabel und das Karfeitagsgebet dürfe nicht angetastet werden. Das Urteil des Heiligen Offiziums war: „nihil esse innovandum — nothing should be changed.“

Das Dekret, das die „Amici Israel“ unterdrückte, führte aus, daß das Judentum „der Wächter der göttlichen Verheißungen in Jesus Christus“ gewesen ist, und daß es das seit der Erscheinung Christi nicht mehr ist. Die Juden seien das „einst erwählte Volk Gottes“. Daraus folge, daß seit diese Erwählung unwirksam geworden ist, auch der Bund erloschen ist, beendet und widerrufen. Papst Pius XI. bestätigte die Entscheidung des Heiligen Offiziums, und er ging noch weiter. Er verlangte von allen Unterzeichnern einen Widerruf und löste die Organisation auf.

Der Kniefall Ratzingers vor den Juden, der zu einem Kriechen auf dem Bauch wurde, zeigt, daß die Modernisten nach wie vor bereit sind, die Alte Messe im Interesse des Ökumenismus zu verändern. Man fragt sich, warum es die traditionelle Messe überhaupt noch gibt. Die Veränderungen des Gebets zeigen nur, daß die alte Messe mit dem 2. Vatikanum inkompatibel ist.

== Kommt nun das Brevier an die Reihe? ==
Ratzingers “Moto proprio“ erlaubt das Brevier von 1962. Dieses geht mit den Juden erheblich rüder um als die Karfreitagsliturgie. Die Karfreitagslesung aus dem hl. Augustinus beschuldigt die Juden, die Christum gekreuzigt haben, „Übeltäter“ zu sein und „verstockt“. Der heilige Doktor beschuldigt die Juden, schuld am Tod Christi zu sein, und ihn nicht mit dem Schwert, sondern mit ihren Zungen gekreuzigt zu haben:
: „Doch Du, Christi eigenes Volk, hast ihn in Wahrheit getötet. Wie tatest du es? Mit dem Schwert deiner Zunge. Denn diese gebrauchtest du als scharfes Schwert. Wann hast du zugeschlagen? Als Du geschriene hast: „Kreuzige, kreuzige ihn!“

Viele weitere Teile der Heiligen Schrift und Kommentare der Väter betonten den Unglauben der Juden, und ihre Beteiligung am Tode Christi. Wird nun all‘ dies gestrichen? [[Heinrich Heine]], der prokommunistische Jude im Deutschland des 19. Jh. sagte einst: „Wo man Bücher verbrennt, dort wird man schließlich Menschen verbrennen.“

== Modernismus und Katholischer Glaube – unvereinbar ==
Die Veränderungen Ratzingers zeigen, daß wir wieder in den 1960er Jahren angelangt sind. Jeder der damals lebte, wird sich daran erinnern, wie die Messe verstümmelt wurde, verändert, verwässert, zerhackt, Stück für Stück, Monat für Monat, Jahr für Jahr. Die Traditionalisten, die nach der Alten Messe rufen, wollen etwas, was unveränderbar ist. Ratzinger Geste gegenüber den Juden etablierte das Prinzip, daß alles, was nicht dem 2. Vatikanum entspricht aus Messe und Brevier weichen muß. Und sie zeigen, daß Katholizismus und Ökumenismus, also Modernismus, sich antithetisch gegenüber stehen, und daß jeder Versuch, sie zusammenzubringen, scheitern muß, wie dieser Gebetsversuch. Wird die FSSPX das je verstehen?

Ferner muß man notieren, daß trotz Ratzingers barocken Mitren und bunter Prozessionsmänteln er keinen einzigen Schritt zur Lösung des tatsächlichen Problems im Katholizismus getan hat, dem Ökumenismus. Der eingefleischte Modernist kann nicht anders, als die Katholiken mit Ökumenismus quälen, und er verbreitet dieses Gift auch in barocken Mitren und Prozessionsmänteln. Immer noch fallen viele traditionelle Katholiken auf diesen Putz herein, die nichts als theatralische Kostüme sind, und bekommen Gänsehaut, weil sie sich der Illusion hingeben, das Ende des 2. Vatikanums sei gekommen.

== Traditioneller Putz um die Revolution zu retten ==
Geschichtskundige wissen, daß es nicht die radikalen Revolutionäre wie [[Kaesar, Gaius Julius|Julius Caesar]] oder [[Robespierre, Maximilian|Robespierre]] waren, die zu Erfolg gelangten, sondern die moderaten Revolutionäre wie [[Napoleon I. Bonaparte|Napoleon]] und [[Augustus (Kaiser)|Augustus]], die die hergebrachten Institutionen, Traditionen und  Insignien sorgfältig respektierten, doch all dies nutzten, um die Substanz ihrer Reformen voranzubringen.

Das gleiche könnte man von Cromwell sagen, dessen radikale Herrschaft keinen Bestand behielt. Seine Prinzipien jedoch blieben, weil sie 1661 durch die Restauration der Stuarts in der Person Karls II. mit der Monarchie verbunden wurden. Die radikalen Puritaner hatten Karl I. 1649 enthauptet und eine Parlamentsherrschaft unter ihrer Kontrolle errichtet. Bald nach dem Tode Cromwells wurde ein neuer König, Karl II. eingeladen, der das wurde, was die britischen Monarchen seither sind – kostümierte, machtlose Kreaturen des Parlaments, die ihre Tage in Luxus und Laster verbringen müssen. Die Revolution wurde unter den Seidenkostümen Karls II. etabliert. Zum Beweis dieser Tatsache wurde Jakob II., der Nachfolger von Karl vertrieben, als er dies alles versuchte rückgängig zu machen. Das ganze wurde höchst dubious dann eine „glorreiche Revolution“ genannt.

Ratzingers Revolution war das „II. Vaticanum“. Er war einer seinr Architekten und Mentoren, war seine Amme. Seine Revolution ist nun in Schwierigkeiten geraten, da ihre Ergebnisse sichtbar werden: Abkehr der Jugend von jeder Religion, die „stille Apostasie“ Europens, das Erlöschen der Berufungen. Er versucht, seine Revolution mit den erprobten Methoden zu retten. Und wie die Geschichte stets beweist, fallen die meisten Konservativen darauf hinein.

== Kniebeuge vor den Juden ==
Das gesamte Debakel begann mit einer einzigen ökumenischen Geste im Jahre 1955: Die Hinzufügung der Kniebeuge zum Gebet für die Konversion der Juden.<ref>durch Pseudopapst Pius XII.</ref> Befürworter dieser Reform, wie z. B. die FSSPX, argumentieren, daß es sich hier nicht um eine Kniebeuge vor den Juden, sondern vor Gott handelt. Dies mag stimmen, und es mag auch keinen notwendigen Grund geben, die Kniebeuge wegzulassen, und es mag den Glauben nicht beeinträchtigen. Trotzdem war es das erste Mal, daß die katholische Liturgie auf Verlangen des Ökumenismus geändert wurde. Es war das erste Mal, daß es einer falschen Religion gelang, sich in das Heiligtum des katholischen Glaubens einzuschleichen. Ist es somit nicht doch, zumindest symbolisch, eine Kniebeuge vor den Juden?

Die Stärke der katholischen Kirche ist es, ihre Lehre, ihre Liturgie, ihre Disziplin nicht von vorübergehenden Erwägungen beeinflussen zu lassen, nicht von Politik, Religionen oder Kriegen. Die Kirche segelt durch menschliche Stürme, Moden der Kultur und der Gesellschaft, so als ob all dies nicht existieren würde. Zweck der Kirche ist es , Zeugnis von der Wahrheit zu geben, wie es ihr göttlicher Herr und Gründer sagte, der von denen gekreuzigt wurde, die nicht in der Wahrheit sind, so wie eben diese Juden im Hofe von Pilatus, die riefen „Kreuzige ihn“!

Es dient weder dem Zeugnis der Wahrheit noch der Liebe, die die Kirche den Juden widmet, ihre Zurückweisung Christi eine wahre Religion zu nennen, oder zu sagen bzw. zu implizieren, daß sie nicht zur Römisch-Katholischen Kirche konvertieren müssen. Diese Konversion nicht mehr zu wollen, dafür nicht mehr zu beten, dafür nicht mehr zu streiten, ist der schlimmste Dienst, der den Juden zugefügt werden kann, die größte Verweigerung von Liebe und letztlich eine glühende Blasphemie gegen die messianische Würde, Königlichkeit und Göttlichkeit unseres Herren Jesu Christi.

{{Fußnoten}}